Biologie · Klasse 5 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen
Dieses Material bringt dir Ordnung in die große Gruppe der Wirbeltiere: Du lernst die fünf Wirbeltierklassen mit ihren Kennzeichen, verstehst, was Säugetiere besonders macht, und kannst am Ende einen eigenen Steckbrief schreiben. Nach dem Durcharbeiten weißt du, warum Hund, Katze, Rind und Delfin alle Säugetiere sind und trotzdem so verschieden leben.
Alle Wirbeltiere haben eine Wirbelsäule aus einzelnen Knochen, den Wirbeln. Man teilt sie in fünf große Gruppen ein, die man Wirbeltierklassen nennt: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Jede Klasse erkennst du an typischen Kennzeichen wie der Körperbedeckung, der Atmung und der Fortpflanzung.
| Klasse | Körperbedeckung | Atmung | Fortpflanzung | Körpertemperatur | Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|
| Fische | Schuppen, Schleim | Kiemen | Eier (Laich) im Wasser | wechselwarm | Forelle, Hering |
| Amphibien | nackte, feuchte Haut | Kiemen (Larve), später Lunge + Haut | Eier (Laich) im Wasser | wechselwarm | Frosch, Molch |
| Reptilien | trockene Hornschuppen | Lunge | Eier mit lederiger Schale an Land | wechselwarm | Eidechse, Schlange |
| Vögel | Federn | Lunge | Eier mit Kalkschale | gleichwarm | Amsel, Adler |
| Säugetiere | Fell (Haare) | Lunge | lebend gebärend, Milch | gleichwarm | Hund, Mensch |
Das wichtigste gemeinsame Merkmal aller fünf Klassen ist das Innenskelett aus Knochen, das im Inneren des Körpers liegt. Der Kern dieses Skeletts ist die Wirbelsäule, die aus vielen einzelnen Knochen, den Wirbeln, aufgebaut ist. Genau davon kommt der Name „Wirbeltier“.
Säugetiere sind die Wirbeltierklasse, zu der auch der Mensch gehört. Sie haben typische Kennzeichen, die man sich gut merken kann — egal ob das Tier an Land, im Wasser oder in der Luft lebt.
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| Milch | Die Mutter säugt die Jungen mit Milch aus den Milchdrüsen. |
| Lunge | Alle Säugetiere atmen mit einer Lunge — auch der Delfin. |
| Gleichwarm | Säugetiere regeln ihre Körpertemperatur selbst. |
| Fell (meist) | Bei den meisten bedecken Haare den Körper und halten warm; der Delfin hat kein Fell. |
| Lebend gebärend (meist) | Die meisten bringen lebende Junge zur Welt, nicht Eier. |
Tiere unterscheiden sich darin, wie sie mit ihrer Körpertemperatur umgehen. Gleichwarme Tiere regeln ihre Körpertemperatur weitgehend unabhängig von der Außentemperatur; sie bleibt normalerweise ungefähr gleich. Wechselwarme Tiere haben eine Körpertemperatur, die sich mit der Umgebung ändert.
| Eigenschaft | Gleichwarme Tiere | Wechselwarme Tiere |
|---|---|---|
| Körpertemperatur | normalerweise ungefähr gleich | ändert sich mit der Umgebung |
| Klassen | Vögel, Säugetiere | Fische, Amphibien, Reptilien |
| Bei Kälte | bleiben aktiv, brauchen viel Nahrung | werden träge, bewegen sich kaum |
| Wärmequelle | eigener Körper (aus der Nahrung) | Sonne und Umgebung |
Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Er stammt vom Wolf ab und wurde vor vielen tausend Jahren vom Menschen gezähmt und über viele Generationen zum Haustier gezüchtet. Vom Wolf hat der Hund viele Eigenschaften geerbt: die scharfen Sinne, die Körpersprache und das Leben in der Gruppe.
Abstammung: Alle Hunderassen — vom kleinen Chihuahua bis zur Dogge — gehen auf den Wolf zurück. Der Mensch hat durch Zucht ganz unterschiedliche Rassen mit verschiedenen Aufgaben geschaffen (Hüten, Jagen, Wachen).
Die Sinne des Hundes:
| Sinn | Besonderheit beim Hund |
|---|---|
| Geruchssinn | Der beste Sinn; Hunde nehmen viele Gerüche in viel geringeren Mengen wahr als Menschen — deshalb finden Spürhunde zum Beispiel vermisste Personen. |
| Gehör | Hört auch sehr hohe Töne, die der Mensch nicht wahrnimmt. |
| Sehen | Erkennt Bewegungen sehr gut, sieht aber weniger Farben als der Mensch. |
Körpersprache des Hundes:
| Verhalten | Bedeutung |
|---|---|
| Schwanz wedelt | kann Freude, aber auch Aufregung oder Anspannung zeigen — achte auf den ganzen Körper |
| Schwanz eingeklemmt, geduckt | Angst, Unterwerfung |
| Zähne gefletscht, Knurren | Drohung, Warnung |
| Vorderkörper tief, Hinterteil hoch | Aufforderung zum Spielen |
Die Hauskatze ist ein Schleichjäger. Anders als der Hund, der seine Beute über weite Strecken hetzt, schleicht sich die Katze lautlos an und fängt ihre Beute mit einem kurzen, blitzschnellen Sprung. Ihr ganzer Körper ist an diese Jagdweise angepasst.
| Körperteil | Anpassung an das Jagen |
|---|---|
| Augen | Sehen auch bei wenig Licht sehr gut (Dämmerungsjäger); bei hellem Licht wird die Pupille zum schmalen Schlitz, bei wenig Licht groß. |
| Ohren | Drehbar, hören feinste Geräusche wie das Rascheln einer Maus. |
| Krallen | Einziehbar: Beim normalen Laufen geschützt und dadurch scharf; ausgefahren beim Beutefangen, Klettern und Kratzen. |
| Zähne | Spitze Eckzähne (Fangzähne) zum Töten, scharfe Reißzähne zum Zerteilen des Fleisches. |
| Tasthaare (Schnurrhaare) | Helfen, sich im Dunkeln und in engen Spalten zu orientieren. |
| Pfoten | Weiche Ballen ermöglichen das lautlose Anschleichen. |
Am Gebiss eines Säugetiers kann man ablesen, was es frisst. Man unterscheidet drei Ernährungstypen: Fleischfresser, Pflanzenfresser und Allesfresser. Jeder Typ hat ein Gebiss, das genau zu seiner Nahrung passt.
| Ernährungstyp | Typische Zähne | Nahrung | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Fleischfresser | große, spitze Eckzähne (Fangzähne), scharfe Reißzähne | Fleisch, Beutetiere | Katze, Hund, Wolf |
| Pflanzenfresser | breite Backenzähne mit Mahlflächen (Mahlzähne), scharfe Schneidezähne | Gras, Pflanzen | Rind, Pferd |
| Allesfresser | alle Zahnarten gemischt, Backenzähne mit Höckern | Pflanzen und Fleisch | Schwein, Mensch |
Säugetiere leben in ganz verschiedenen Lebensräumen — unter der Erde, in der Luft und im Wasser. Ihr Körperbau ist an den jeweiligen Lebensraum angepasst. Das nennt man Angepasstheit: Der Körper hat genau die Merkmale, die das Tier zum Leben an seinem Ort braucht.
| Tier | Lebensraum | Besondere Anpassungen |
|---|---|---|
| Maulwurf | unter der Erde | Grabschaufeln als Vorderpfoten, walzenförmiger Körper, winzige Augen, feiner Tastsinn |
| Fledermaus | Luft (nachts) | Flughäute zwischen den Fingern, Orientierung mit Ultraschall (Echoortung) |
| Delfin | Wasser | stromlinienförmiger Körper, Flossen, Lunge, muss zum Atmen auftauchen |
Ein Steckbrief fasst die wichtigsten Angaben über ein Tier kurz und übersichtlich zusammen. So gehst du vor:
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Allesfresser | Tier, das sowohl Pflanzen als auch Fleisch frisst (z. B. Schwein, Mensch). |
| Amphibien | Wirbeltierklasse mit „Doppelleben“; Larven leben im Wasser, erwachsene Tiere auch an Land (z. B. Frosch). |
| Angepasstheit | Der Körperbau eines Tieres passt genau zu seinem Lebensraum. |
| Echoortung | Orientierung mit ausgestoßenen Lauten und deren Echo, z. B. bei der Fledermaus. |
| Eckzähne | Spitze Zähne zum Festhalten und Töten der Beute; bei Fleischfressern groß. |
| Fleischfresser | Tier, das sich von Fleisch/Beutetieren ernährt (z. B. Katze, Wolf). |
| Gebiss | Gesamtheit aller Zähne eines Tieres. |
| Gleichwarm | Der Körper regelt seine Temperatur selbst; sie bleibt normalerweise ungefähr gleich (Vögel, Säugetiere). |
| Innenskelett | Skelett aus Knochen im Inneren des Körpers. |
| Kiemen | Atmungsorgane für die Atmung im Wasser (Fische, Kaulquappen). |
| Pflanzenfresser | Tier, das sich von Pflanzen ernährt (z. B. Rind, Pferd). |
| Rudel | Gruppe zusammenlebender Tiere; bei Wölfen meist eine Familie. |
| Säugetiere | Wirbeltierklasse: säugen ihre Jungen mit Milch, atmen mit der Lunge, sind gleichwarm; die meisten haben ein Fell und bringen lebende Junge zur Welt. |
| Schleichjäger | Jäger, der sich lautlos anschleicht und mit einem Sprung zupackt (Katze). |
| Steckbrief | Kurze, übersichtliche Zusammenfassung der wichtigsten Angaben über ein Tier. |
| Wechselwarm | Die Körpertemperatur ändert sich mit der Umgebung (Fische, Amphibien, Reptilien). |
| Wiederkäuer | Pflanzenfresser, der die Nahrung erneut hochwürgt und noch einmal kaut (z. B. Rind). |
| Winterschlaf | Energiesparphase gleichwarmer Tiere im Winter (z. B. Igel). |
| Winterstarre | Erzwungene Ruhephase wechselwarmer Tiere bei Kälte (z. B. Frosch). |
| Wirbelsäule | Rückgrat aus einzelnen Wirbeln; Kern des Innenskeletts. |
| Wirbeltiere | Tiere mit Wirbelsäule; fünf Klassen: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere. |
Die fünf Wirbeltierklassen sind Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Alle haben ein Innenskelett mit einer Wirbelsäule, unterscheiden sich aber in Körperbedeckung, Atmung und Fortpflanzung. So haben Fische Schuppen und atmen mit Kiemen, Vögel haben Federn und Säugetiere ein Fell. Merken kannst du dir die Reihenfolge mit dem Satz „Frösche Atmen Recht Viel Sauerstoff“.
Alle Wirbeltiere besitzen ein Innenskelett aus Knochen, dessen Kern die Wirbelsäule ist. Die Wirbelsäule besteht aus vielen einzelnen Wirbeln und gibt der Gruppe ihren Namen. Das Innenskelett stützt den Körper, schützt die inneren Organe und ermöglicht zusammen mit den Muskeln die Bewegung. In der Wirbelsäule verläuft geschützt das Rückenmark.
Ein Säugetier säugt seine Jungen mit Milch, atmet mit einer Lunge und ist gleichwarm. Die meisten haben ein Fell und bringen lebende Junge zur Welt. Das gilt an Land, in der Luft und im Wasser — deshalb ist auch der Delfin ein Säugetier und kein Fisch, obwohl er kein Fell hat.
Gleichwarme Tiere regeln ihre Körpertemperatur weitgehend unabhängig von der Umgebung; sie bleibt normalerweise ungefähr gleich. Wechselwarme Tiere haben eine Körpertemperatur, die sich mit der Umgebung ändert. Vögel und Säugetiere sind gleichwarm, deshalb bleiben sie auch bei Kälte aktiv, brauchen dafür aber viel Nahrung. Fische, Amphibien und Reptilien sind wechselwarm und werden bei Kälte träge.
Der Delfin lebt zwar im Wasser, ist aber ein Säugetier, weil er die wichtigen Säugetiermerkmale besitzt. Er atmet mit einer Lunge und muss zum Luftholen auftauchen, während Fische mit Kiemen atmen. Außerdem ist der Delfin lebend gebärend und säugt seine Jungen mit Milch. Damit erfüllt er die typischen Kennzeichen eines Säugetiers.
Der Hund stammt vom Wolf ab und wurde vor vielen tausend Jahren vom Menschen gezähmt und zum Haustier gezüchtet. Vom Wolf hat er geerbt, dass er ein soziales Tier ist: Hunde leben in Gruppen und bauen enge Beziehungen zu anderen Hunden und zu Menschen auf. Sein bester Sinn ist der Geruchssinn: Hunde nehmen viele Gerüche in viel geringeren Mengen wahr als Menschen.
Die Katze wird Schleichjäger genannt, weil sie sich lautlos an ihre Beute anschleicht und sie mit einem kurzen, blitzschnellen Sprung fängt. Ihr Körper ist genau darauf angepasst: Weiche Pfotenballen ermöglichen das lautlose Anschleichen, die Augen sehen auch bei wenig Licht, und die Krallen sind einziehbar und dadurch immer scharf. Anders als der Hund jagt die Katze meist allein.
Man unterscheidet Fleischfresser, Pflanzenfresser und Allesfresser. Fleischfresser wie die Katze haben spitze Eckzähne und scharfe Reißzähne, um Fleisch festzuhalten und zu zerschneiden. Pflanzenfresser wie Rind und Pferd haben breite Backenzähne, um harte Pflanzen zu zermahlen. Allesfresser wie das Schwein haben ein Mischgebiss aus allen Zahnarten, weil sie Pflanzen und Fleisch fressen.
Ein Wiederkäuer ist ein Pflanzenfresser, der seine Nahrung zunächst grob hinunterschluckt und später wieder hochwürgt, um sie gründlich zu zerkauen. Ein typisches Beispiel ist das Rind. Auf diese Weise kann es das harte, faserige Gras besser aufschließen und verdauen. Das Wiederkäuen hilft dem Tier, möglichst viele Nährstoffe aus der Pflanzennahrung zu gewinnen.
Angepasstheit bedeutet, dass der Körperbau eines Tieres genau zu seinem Lebensraum passt. Der Maulwurf hat zum Beispiel Grabschaufeln als Vorderpfoten, um unter der Erde zu graben, und nur winzige Augen. Die Fledermaus hat Flughäute zum Fliegen und orientiert sich im Dunkeln mit Ultraschall durch Echoortung. Der Delfin hat einen stromlinienförmigen Körper und Flossen zum Schwimmen. So kann jedes Tier in seinem Lebensraum gut überleben.
In einen Steckbrief gehören Name des Tieres, seine Wirbeltierklasse, der Lebensraum, die Nahrung und der Ernährungstyp, die Körperbedeckung, die Fortpflanzung und besondere Anpassungen. Die Angaben werden kurz und übersichtlich, meist als Stichpunkte, notiert. So bekommt man auf einen Blick alle wichtigen Informationen über das Tier. Ein Beispiel ist der Steckbrief des Maulwurfs mit seinen Grabschaufeln als Besonderheit.