Deutsch · Klasse 6 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen
Eine Vorgangsbeschreibung erklärt Schritt für Schritt, wie etwas gemacht wird — ein Rezept, eine Bastelanleitung oder eine Spielregel. Nach dem Durcharbeiten dieses Materials weißt du, welche Merkmale eine gute Vorgangsbeschreibung hat, wie sie aufgebaut ist, welche Zeitform und welche Formulierungen du benutzt und wie du selbst eine schreibst und Fehler verbesserst.
Eine Vorgangsbeschreibung erklärt einem Leser genau, wie ein Ablauf funktioniert, sodass er ihn selbst nachmachen kann. Der Zweck ist immer, dass eine andere Person den Vorgang ohne weitere Hilfe versteht und durchführt. Deshalb muss sie sachlich, vollständig und in der richtigen Reihenfolge geschrieben sein.
Jede Vorgangsbeschreibung folgt einem festen Aufbau aus fünf Teilen. Dieser Aufbau sorgt dafür, dass der Leser sich schnell zurechtfindet und nichts vergisst. Besonders wichtig ist, dass die Material- oder Zutatenliste vor der Durchführung steht, damit man alles bereitlegen kann.
| Teil | Was steht hier? | Beispiel |
|---|---|---|
| Überschrift | Was wird beschrieben? Kurz und klar | „So bäckst du einen Marmorkuchen“ |
| Einleitung | Worum geht es, wozu dient es, wie lange dauert es | „Der Marmorkuchen ist schnell gemacht und reicht für 12 Stücke.“ |
| Material-/Zutatenliste | Alles, was man braucht, mit Mengenangaben | „250 g Mehl, 4 Eier, eine Kuchenform“ |
| Durchführung | Alle Schritte der Reihe nach | „Zuerst verrührst du die Butter mit dem Zucker …“ |
| Schluss | Ergebnis, Tipp oder Hinweis | „Zum Schluss lässt du den Kuchen abkühlen.“ |
In der Durchführung beschreibst du jeden Schritt genau in der Reihenfolge, in der er ausgeführt wird. Kein Schritt darf fehlen und keiner darf vorgezogen werden, sonst misslingt der Vorgang. Beschreibe auch die kleinen Zwischenschritte, die du selbst für selbstverständlich hältst — der Leser weiß sie vielleicht nicht.
Schritt für Schritt vorgehen:
| Zu ungenau | Vollständig und genau |
|---|---|
| „Das Obst kleinmachen.“ | „Schneide den Apfel mit einem Messer in kleine Würfel.“ |
| „Alles zusammenrühren.“ | „Verrühre Mehl, Zucker und Eier mit dem Schneebesen zu einem glatten Teig.“ |
| „Den Kuchen backen.“ | „Backe den Kuchen bei 180 °C etwa 45 Minuten im vorgeheizten Ofen.“ |
Eine Vorgangsbeschreibung steht im Präsens (Gegenwart), weil der Vorgang jedes Mal gleich abläuft. Schreibe sachlich und halte die gewählte Form durch. Du kannst mit „man“ oder im Passiv formulieren; in Anleitungen sind auch die Du-Form, Aufforderungen wie „Schneide …“ und kurze Infinitivformen wie „Papier falten“ üblich. Beachte, welche Form die Aufgabe verlangt. Für die hier geübten ausformulierten Beschreibungen sind das die drei Möglichkeiten, die du sauber auseinanderhalten solltest.
| Formulierung | Wie es klingt | Beispiel |
|---|---|---|
| „man“ | allgemein, jeder | „Man rührt den Teig glatt.“ |
| Passiv (Leideform) | sachlich, wer es tut, ist egal | „Der Teig wird glatt gerührt.“ |
| Infinitiv (Grundform) | knapp, typisch für Rezepte | „Den Teig glatt rühren.“ |
| „du“ (Anrede) | persönlich, in Anleitungen erlaubt | „Du rührst den Teig glatt.“ |
Wörter wie „machen“ und „tun“ sagen nicht genau, was passiert. Damit der Leser den Vorgang wirklich versteht, brauchst du treffende Verben und die richtigen Fachbegriffe. So wird aus dem blassen „das Ei in die Schüssel tun“ das klare „das Ei in die Schüssel aufschlagen“.
| Blass (vermeiden) | Treffend (besser) |
|---|---|
| die Zutaten zusammenmachen | die Zutaten verrühren / vermengen |
| das Papier kleinmachen | das Papier falten / zerschneiden |
| die Butter in die Pfanne tun | die Butter in der Pfanne schmelzen |
| die Karte irgendwohin machen | die Karte verdeckt ablegen |
| die Farbe draufmachen | die Farbe auftragen |
Damit der Ablauf flüssig und die Reihenfolge klar ist, verbindest du die Schritte mit zeitlichen Signalwörtern (auch zeitliche Verknüpfungen genannt). Sie zeigen dem Leser, was zuerst kommt und was danach. Achte darauf, dass du abwechselst und nicht jeden Satz mit „dann“ beginnst.
| Am Anfang | In der Mitte | Am Ende |
|---|---|---|
| zuerst | danach | zum Schluss |
| als Erstes | anschließend | zuletzt |
| zu Beginn | daraufhin | am Ende |
| — | dann | schließlich |
| — | sobald / während | zum Abschluss |
Wenn du selbst eine Vorgangsbeschreibung schreibst, gehst du am besten in einer festen Reihenfolge vor. So vergisst du keinen der fünf Aufbauteile und behältst Sprache und Reihenfolge im Blick.
So schreibst du Schritt für Schritt:
Beim Überarbeiten suchst du gezielt nach typischen Fehlern. Wenn du weißt, worauf du achten musst, findest du sie schnell und kannst sie verbessern. Gehe deinen Text am besten mit einer festen Prüfliste durch.
| Fehler | So verbesserst du ihn |
|---|---|
| falsche Zeitform (Vergangenheit) | alles ins Präsens setzen |
| Ich-Erzählung oder Meinung | sachlich in der vorgegebenen Form schreiben (man / Passiv / Infinitiv) |
| „machen“ und „tun“ | durch treffende Verben ersetzen |
| Schritte vertauscht | in die richtige Reihenfolge bringen |
| Schritt oder Material fehlt | ergänzen, damit es vollständig ist |
| immer „dann, dann“ | zeitliche Signalwörter abwechseln |
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Durchführung | Hauptteil der Vorgangsbeschreibung, in dem alle Schritte der Reihe nach beschrieben werden. |
| Einleitung | Kurzer erster Teil, der sagt, worum es geht und wozu der Vorgang dient. |
| Fachbegriff | Genaues Wort aus einem bestimmten Bereich, z. B. „unterheben“ beim Kochen. |
| Infinitiv | Grundform des Verbs, z. B. „rühren“; oft in Rezepten benutzt. |
| Materialliste / Zutatenliste | Aufzählung von allem, was man braucht, mit Mengenangaben; steht vor der Durchführung. |
| Passiv | Leideform des Verbs, z. B. „der Teig wird gerührt“; sachliche, unpersönliche Formulierung. |
| Präsens | Gegenwartsform; die Zeitform der Vorgangsbeschreibung. |
| Sachlich | Neutral und ohne eigene Meinung geschrieben. |
| unpersönlich | Ohne „ich“; allgemeingültig formuliert mit man, Passiv oder Infinitiv. |
| Vorgangsbeschreibung | Text, der Schritt für Schritt erklärt, wie etwas gemacht wird. |
| Zeitliche Signalwörter | Zeitliche Verknüpfungen zeigen die Reihenfolge oder Gleichzeitigkeit von Schritten, z. B. zuerst, danach, zum Schluss, während. |
Eine Vorgangsbeschreibung ist ein Text, der Schritt für Schritt erklärt, wie etwas gemacht wird. Ihr Zweck ist es, dass eine andere Person den Vorgang selbst nachmachen kann, ohne weitere Hilfe zu brauchen. Deshalb ist sie sachlich, vollständig und in der richtigen Reihenfolge geschrieben. Typische Beispiele sind ein Rezept, eine Bastelanleitung oder eine Spielregel.
Eine Vorgangsbeschreibung besteht aus fünf Teilen: Überschrift, Einleitung, Material- oder Zutatenliste, Durchführung und Schluss. Die Überschrift nennt kurz das Thema, die Einleitung erklärt, worum es geht. Danach folgt die Liste mit allem, was man braucht, und anschließend die Durchführung mit allen Schritten. Zum Schluss steht das Ergebnis oder ein Tipp.
Die Material- oder Zutatenliste steht vor der Durchführung, damit man alles bereitlegen kann, bevor man beginnt. So merkt man vorher, wenn etwas fehlt, und muss nicht mitten im Vorgang aufhören. Das macht die Beschreibung übersichtlich und praktisch. Der Leser sieht auf einen Blick, was er braucht.
Eine Vorgangsbeschreibung schreibt man im Präsens, also in der Gegenwart. Der Grund ist, dass der Vorgang jedes Mal gleich abläuft und immer gültig ist. Man schreibt also „Man rührt den Teig“, nicht „Man rührte den Teig“. Die Zeitform muss im ganzen Text durchgehalten werden.
Unpersönlich schreiben heißt, ohne Ich-Erzählung und ohne direkte Du-Anrede allgemein zu formulieren. Dafür gibt es drei Möglichkeiten: die Form mit „man“ („man rührt“), das Passiv („der Teig wird gerührt“) und den Infinitiv („den Teig rühren“). In Anleitungen ist auch die Du-Form üblich; entscheidend ist, welche Form die Aufgabe verlangt und dass man sie durchhält. Die eigene Meinung gehört nie in eine Vorgangsbeschreibung.
Man vermeidet „machen“ und „tun“, weil diese Wörter nicht genau sagen, was passiert. Stattdessen nimmt man treffende Verben und Fachbegriffe, damit der Leser den Vorgang genau versteht. Zum Beispiel schreibt man „die Butter schmelzen“ statt „die Butter in die Pfanne tun“. So wird die Beschreibung klar und genau.
Zeitliche Signalwörter zeigen dem Leser die Reihenfolge der Schritte und sorgen für einen roten Faden. Sie machen deutlich, was am Anfang, in der Mitte und am Ende passiert. Man sollte sie abwechseln und nicht jeden Satz mit „dann“ beginnen. Beispiele sind „zuerst“, „danach“, „anschließend“ und „zum Schluss“.
Eine Vorgangsbeschreibung will genau informieren, eine Erzählung will spannend unterhalten. Die Vorgangsbeschreibung ist sachlich und steht im Präsens, die Erzählung ist oft spannend gestaltet und steht meist in der Vergangenheit. In der Vorgangsbeschreibung schreibt man unpersönlich, in der Erzählung darf man aus der Ich-Perspektive erzählen. Die Vorgangsbeschreibung enthält außerdem keine eigene Meinung.
Einen Schritt vollständig zu beschreiben heißt, dass man sagt, was gemacht wird, womit und wie. Statt „das Obst kleinmachen“ schreibt man „schneide den Apfel mit einem Messer in kleine Würfel“. Kein Werkzeug und keine Zutat darf plötzlich auftauchen, ohne vorher genannt worden zu sein. So kann der Leser jeden Schritt genau nachmachen.
Beim Überarbeiten prüfe ich, ob alles im Präsens und in der vorgegebenen Form geschrieben ist. Außerdem achte ich darauf, dass „machen“ und „tun“ durch treffende Verben ersetzt sind und die Schritte in der richtigen Reihenfolge und vollständig stehen. Ich kontrolliere auch, ob die zeitlichen Signalwörter abwechseln und keine Meinung im Text steht. So finde und verbessere ich die typischen Fehler.