Mathe · Klasse 9 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen
Der Satz des Pythagoras ist eine der wichtigsten Formeln der Geometrie: Er verbindet die drei Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks über die einfache Beziehung . Nach dem Durcharbeiten erkennst du Katheten und Hypotenuse sicher, berechnest fehlende Seiten, prüfst Dreiecke auf Rechtwinkligkeit und wendest den Satz in Figuren, im Raum und in Sachaufgaben an.
Ein rechtwinkliges Dreieck hat genau einen rechten Winkel (90°). Die Bezeichnung der Seiten hängt allein von der Lage zum rechten Winkel ab, nicht von der Länge. Deshalb musst du zuerst den rechten Winkel finden, bevor du die Seiten benennst.
| Begriff | Lage | Besonderheit |
|---|---|---|
| Hypotenuse () | gegenüber dem rechten Winkel | immer die längste Seite |
| Kathete () | schließt den rechten Winkel ein | liegt gegenüber Eckpunkt |
| Kathete () | schließt den rechten Winkel ein | liegt gegenüber Eckpunkt |
Der Satz des Pythagoras beschreibt den Zusammenhang der drei Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks. Er lautet: In jedem rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Flächen der beiden Kathetenquadrate gleich der Fläche des Hypotenusenquadrats.
Ist der rechte Winkel gegeben und kennst du beide Katheten und , kannst du die Hypotenuse direkt berechnen. Dazu setzt du in die Grundform ein und ziehst am Ende die Wurzel.
Schritt für Schritt:
Kennst du die Hypotenuse und eine Kathete, kannst du die fehlende Kathete berechnen. Dazu stellst du die Grundform um: Die bekannte Kathete wird subtrahiert.
Schritt für Schritt:
| Gesucht | Formel | Rechenart |
|---|---|---|
| Hypotenuse | addieren | |
| Kathete | subtrahieren | |
| Kathete | subtrahieren |
Die Umkehrung des Satzes von Pythagoras erlaubt es, allein aus den drei Seitenlängen zu entscheiden, ob ein Dreieck rechtwinklig ist. Sie lautet: Gilt für die längste Seite die Gleichung , dann ist das Dreieck rechtwinklig — und der rechte Winkel liegt gegenüber der längsten Seite.
Schritt für Schritt:
In vielen Figuren stecken versteckte rechtwinklige Dreiecke — meist entlang einer Diagonale oder einer Höhe. Der Trick ist immer derselbe: Zeichne die passende Hilfslinie ein und suche das rechtwinklige Dreieck.
| Figur | rechtwinkliges Dreieck aus | gesuchte Größe |
|---|---|---|
| Rechteck | Länge , Breite | Diagonale |
| Quadrat | Seite , Seite | Diagonale |
| gleichschenkliges Dreieck | halbe Basis , Höhe | Schenkel |
| Raute | halbe Diagonalen , | Seite |
Auch im Raum hilft Pythagoras — man muss ihn nur zweimal anwenden. Die Raumdiagonale eines Quaders verbindet zwei gegenüberliegende Ecken durch den Körper hindurch.
Schritt für Schritt:
In Sachaufgaben versteckt sich der rechte Winkel oft in der Realität: eine Wand steht senkrecht zum Boden, eine Zeltstange steht senkrecht. Der wichtigste Schritt ist immer, eine Skizze mit dem rechtwinkligen Dreieck anzufertigen.
Vorgehen bei Sachaufgaben:
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Diagonale | Verbindungsstrecke zweier nicht benachbarter Eckpunkte einer Figur. |
| Flächendiagonale | Diagonale einer Seitenfläche eines Quaders. |
| Gleichschenkliges Dreieck | Dreieck mit zwei gleich langen Schenkeln; die Höhe zur Basis teilt es in zwei rechtwinklige Dreiecke. |
| Hypotenuse | Längste Seite im rechtwinkligen Dreieck; liegt dem rechten Winkel gegenüber (Seite ). |
| Kathete | Eine der beiden Seiten, die den rechten Winkel einschließen (Seiten und ). |
| Quadratwurzel | Umkehrung des Quadrierens; für . |
| Raumdiagonale | Strecke, die zwei gegenüberliegende Ecken eines Quaders durch den Körper verbindet: . |
| Raute | Viereck mit vier gleich langen Seiten; die Diagonalen stehen senkrecht aufeinander und halbieren sich. |
| Rechter Winkel | Winkel von 90°, im rechtwinkligen Dreieck durch ein Kästchen markiert. |
| Satz des Pythagoras | In jedem rechtwinkligen Dreieck gilt . |
| Umkehrung des Satzes | Gilt , so ist das Dreieck rechtwinklig. |
Der Satz des Pythagoras lautet . Er besagt, dass in einem rechtwinkligen Dreieck die Summe der Quadrate der beiden Katheten gleich dem Quadrat der Hypotenuse ist. Wichtig ist, dass dabei immer die Hypotenuse, also die längste Seite gegenüber dem rechten Winkel, bezeichnet. Der Satz gilt ausschließlich in rechtwinkligen Dreiecken; ohne rechten Winkel ist die Gleichung falsch.
Die Hypotenuse ist die längste Seite des rechtwinkligen Dreiecks und liegt immer gegenüber dem rechten Winkel. Sie wird in der Formel mit bezeichnet. Die beiden anderen Seiten, die den rechten Winkel einschließen, sind die Katheten und . Wenn du dir unsicher bist, suche zuerst den rechten Winkel und wähle die ihm gegenüberliegende Seite.
Um die Hypotenuse zu berechnen, setzt du die beiden Katheten in die Formel ein. Zuerst quadrierst du beide Katheten, addierst die Ergebnisse und ziehst dann die Quadratwurzel. Beispielsweise ergibt sich für und der Wert . Das Ergebnis muss größer sein als jede Kathete, sonst hast du einen Fehler gemacht.
Eine fehlende Kathete berechnest du, indem du die Formel umstellst zu . Du quadrierst also die Hypotenuse und die bekannte Kathete, subtrahierst und ziehst dann die Wurzel. Wichtig ist, dass von (dem Hypotenusenquadrat) subtrahiert wird. Für und erhält man .
Man wählt die längste Seite als und prüft, ob gilt. Dazu berechnet man getrennt die Summe der Quadrate der beiden kürzeren Seiten und das Quadrat der längsten Seite. Stimmen beide Werte überein, ist das Dreieck rechtwinklig, andernfalls nicht. Diese Vorgehensweise nennt man die Umkehrung des Satzes von Pythagoras.
Der Satz lässt sich über einen Flächenvergleich beweisen. Zeichnet man über jede Seite des rechtwinkligen Dreiecks ein Quadrat, so ist die Fläche der beiden Kathetenquadrate zusammen genau so groß wie die Fläche des Hypotenusenquadrats. Beim klassischen Zerlegungsbeweis legt man vier gleiche Dreiecke in ein großes Quadrat mit der Seite ; in der Mitte bleibt ein Quadrat mit der Seite . Der Flächenvergleich liefert dann .
Man zeichnet eine passende Hilfslinie ein, meist eine Diagonale oder eine Höhe. Bei einem Rechteck oder Quadrat ist die Diagonale die Hypotenuse eines Dreiecks aus den beiden Seiten. Bei einem gleichschenkligen Dreieck teilt die Höhe die Figur in zwei rechtwinklige Dreiecke. Bei der Raute stehen die halben Diagonalen senkrecht aufeinander und bilden ein rechtwinkliges Dreieck mit der Seite als Hypotenuse.
Da bei einem Quadrat beide Seiten gleich lang sind (), gilt . Man kann also entweder direkt beide Seitenquadrate addieren und die Wurzel ziehen oder die Kurzformel verwenden. Für ergibt sich . Die Diagonale ist stets länger als die Seite.
Die Raumdiagonale eines Quaders berechnet man mit , wobei , und die drei Kantenlängen sind. Man kann sie auch in zwei Schritten bestimmen: erst die Flächendiagonale der Grundfläche mit , dann die Raumdiagonale mit . Beide Wege führen zum selben Ergebnis, da Pythagoras hier zweimal angewendet wird.
Zuerst fertige ich eine Skizze an und trage den rechten Winkel sowie die bekannten Größen ein. Dann entscheide ich, ob die gesuchte Größe die Hypotenuse (dann addieren) oder eine Kathete (dann subtrahieren) ist. Anschließend setze ich in die passende Formel ein, rechne und runde sinnvoll. Zum Schluss schreibe ich einen vollständigen Antwortsatz mit Einheit.
Man bestimmt den waagerechten Abstand als Differenz der x-Werte und den senkrechten Abstand als Differenz der y-Werte. Diese beiden Strecken sind die Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks, der gesuchte Abstand ist die Hypotenuse. Für und ergibt sich . Man addiert also die Quadrate der Differenzen und zieht die Wurzel.