Chemie · Klasse 8 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen
Dieses Material bringt dir den kompletten Prüfungsstoff Schritt für Schritt bei: von den Stoffeigenschaften über Trennverfahren und das Teilchenmodell bis zu chemischen Reaktionen, Energie, Massenerhaltung und den Gasnachweisen. Wenn du alles durchgearbeitet hast, kannst du Stoffe beschreiben, Wortgleichungen aufstellen, chemische von physikalischen Vorgängen unterscheiden und die typischen Versuche sicher erklären.
Jeder Reinstoff hat einen festen Satz an Stoffeigenschaften, an denen man ihn erkennt — so wie ein Steckbrief einen Menschen beschreibt. Manche Eigenschaften erkennst du mit den Sinnen (Farbe, Geruch), andere musst du messen (Dichte, Schmelztemperatur). Besonders wichtig ist die Dichte, weil man sie berechnen kann.
| Eigenschaft | Was sie angibt | Wie man sie bestimmt |
|---|---|---|
| Farbe | Aussehen des Stoffes | Ansehen |
| Geruch | Duft (vorsichtig zufächeln!) | Riechen mit der Hand |
| Dichte | Masse pro Volumen | Wägen und Volumen messen |
| Schmelztemperatur | Übergang fest → flüssig | Erhitzen, Thermometer |
| Siedetemperatur | Übergang flüssig → gasförmig | Erhitzen, Thermometer |
| Löslichkeit | Wie viel sich in Wasser löst | Auflösen und beobachten |
| Elektrische Leitfähigkeit | Leitet elektrischen Strom? | Stromkreis mit Lämpchen |
| Brennbarkeit | Reagiert mit Sauerstoff | Zündprobe (Schutzbrille!) |
Die Dichte berechnest du mit der Formel:
Dabei ist die Masse (in g) und das Volumen (in cm³). Die Einheit der Dichte ist dann g/cm³.
Weil die Masse gleichmäßig mit dem Volumen wächst, ist eine Gerade durch den Ursprung. Die Steigung der Geraden ist genau die Dichte: Ein steilerer Anstieg bedeutet einen dichteren Stoff.
Ein Reinstoff besteht aus nur einer Sorte Teilchen (z. B. reines Wasser, Kupfer). Ein Gemisch enthält mehrere Reinstoffe, die man mit physikalischen Verfahren wieder trennen kann. Bei Gemischen unterscheidet man, ob man die einzelnen Bestandteile noch sehen kann.
| Gemischart | Bestandteile | Beispiel |
|---|---|---|
| Lösung | fest oder gasförmig in Flüssigkeit, gelöst | Salzwasser, Zuckerwasser |
| Legierung | mehrere Metalle, fest | Messing (Kupfer + Zink) |
| Suspension | feste Teilchen in Flüssigkeit | Sand in Wasser, Schlamm |
| Emulsion | Flüssigkeit fein in Flüssigkeit | Milch, Öl in Wasser |
Zum Trennen von Gemischen nutzt man aus, dass die Bestandteile unterschiedliche Stoffeigenschaften haben (z. B. verschiedene Teilchengröße oder Siedetemperatur).
| Trennverfahren | Nutzt aus | Trennt |
|---|---|---|
| Filtrieren | Teilchengröße | Suspension (fest von flüssig) |
| Eindampfen | Siedetemperatur | gelösten Feststoff aus Lösung |
| Destillieren | verschiedene Siedetemperaturen | zwei Flüssigkeiten / Wasser aus Lösung |
| Chromatografie | verschiedene Löslichkeit/Wanderung | Farbstoffe im Filzstift |
So sehen die vier Versuche im Labor aus:
Jeder Stoff kann fest, flüssig oder gasförmig sein — das sind die drei Aggregatzustände. Im Teilchenmodell erklärt man den Unterschied durch den Abstand, die Anordnung und die Bewegung der Teilchen. Je wärmer der Stoff, desto schneller bewegen sich die Teilchen.
| Zustand | Teilchenabstand | Anordnung | Bewegung | Form/Volumen |
|---|---|---|---|---|
| fest | sehr klein | geordnet, festes Gitter | schwingen am Platz | feste Form, festes Volumen |
| flüssig | klein | ungeordnet, dicht | gleiten aneinander vorbei | keine feste Form, festes Volumen |
| gasförmig | sehr groß | völlig ungeordnet | fliegen frei umher | füllt jeden Raum aus |
Die Übergänge zwischen den Zuständen haben eigene Namen:
Bei einem physikalischen Vorgang bleibt der Stoff derselbe, nur sein Zustand oder seine Form ändert sich (z. B. Wasser gefriert). Bei einer chemischen Reaktion entstehen dagegen neue Stoffe mit neuen Eigenschaften — der Ausgangsstoff verschwindet und etwas anderes entsteht.
| Merkmal | physikalischer Vorgang | chemische Reaktion |
|---|---|---|
| Neue Stoffe? | nein | ja |
| Umkehrbar? | meist leicht | meist nur schwer/gar nicht |
| Eigenschaften | der Stoff bleibt erhalten; Zustand, Form oder Verteilung können sich ändern | neue Stoffe mit neuen Eigenschaften |
| Energie | oft wenig beteiligt | oft Wärme/Licht |
| Beispiel | Eis schmilzt, Zucker löst sich | Holz verbrennt, Eisen rostet |
Woran erkennst du eine chemische Reaktion? Typische Anzeichen sind:
Eine Wortgleichung beschreibt eine chemische Reaktion mit Worten. Links stehen die Edukte (Ausgangsstoffe), rechts die Produkte (neue Stoffe). Der Reaktionspfeil → bedeutet „reagiert zu“. Er zeigt immer von den Edukten zu den Produkten.
Man unterscheidet zwei Grundtypen von Reaktionen:
| Reaktionstyp | Was passiert | Schema | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Synthese | aus mehreren Stoffen wird einer | A + B → AB | Eisen + Schwefel → Eisensulfid |
| Analyse | ein Stoff zerfällt in mehrere | AB → A + B | Wasser → Wasserstoff + Sauerstoff |
So stellst du eine Wortgleichung auf:
Bei jeder chemischen Reaktion wird Energie umgesetzt. Bei einer exothermen Reaktion wird Energie (meist als Wärme) an die Umgebung abgegeben, bei einer endothermen Reaktion wird Energie aufgenommen. Damit eine Reaktion überhaupt startet, braucht sie oft einen „Anschub“: die Aktivierungsenergie.
| Merkmal | exotherm | endotherm |
|---|---|---|
| Energie | wird abgegeben | wird aufgenommen |
| Umgebung | wird wärmer | wird kälter |
| Produkte | energieärmer als Edukte | energiereicher als Edukte |
| Beispiel | Verbrennung, Neutralisation | Fotosynthese, Backpulver in Zitronensaft |
Das Energiediagramm zeigt den Energiegehalt während der Reaktion. Von den Edukten aus muss die Energie zuerst über einen „Berg“ steigen — das ist die Aktivierungsenergie. Erst danach rutscht sie zu den Produkten.
Das Gesetz von der Erhaltung der Masse (von Lavoisier) sagt: Bei einer chemischen Reaktion geht keine Masse verloren und es kommt keine hinzu. Die Masse der Edukte ist genau gleich der Masse der Produkte.
Der Grund im Teilchenmodell: Bei einer Reaktion werden die Atome nur neu angeordnet. Es gehen keine Atome verloren und es entstehen keine neuen — deshalb bleibt die Gesamtmasse gleich.
Eine Verbrennung ist eine Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff, bei der Energie frei wird (Licht und Wärme). Allgemein heißt jede Reaktion mit Sauerstoff Oxidation. Damit eine Verbrennung abläuft, müssen drei Dinge zusammenkommen: Brennstoff, Sauerstoff und Zündtemperatur (das „Verbrennungsdreieck“).
Um die entstandenen oder beteiligten Gase nachzuweisen, gibt es drei wichtige Proben:
| Nachweis | Weist nach | Durchführung | Positives Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Glimmspanprobe | Sauerstoff (O₂) | glimmenden Holzspan hineinhalten | Span flammt hell auf |
| Knallgasprobe | Wasserstoff (H₂) | Gasprobe an Flamme halten | Gas verbrennt mit „Pfiff“/Knall |
| Kalkwasserprobe | Kohlenstoffdioxid (CO₂) | Gas in klares Kalkwasser leiten | Kalkwasser trübt sich milchig |
Ablauf einer Nachweisreaktion (Beispiel Kalkwasserprobe):
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Aggregatzustand | Zustandsform eines Stoffes: fest, flüssig oder gasförmig. |
| Aktivierungsenergie | Energie, die zum Starten einer Reaktion nötig ist. |
| Analyse | Reaktion, bei der ein Stoff in mehrere zerfällt (AB → A + B). |
| Chemische Reaktion | Vorgang, bei dem neue Stoffe mit neuen Eigenschaften entstehen. |
| Dichte | Masse eines Stoffes pro Volumen: . |
| Edukt | Ausgangsstoff einer Reaktion (steht links vom Pfeil). |
| Emulsion | Gemisch aus feinen Flüssigkeitströpfchen in einer Flüssigkeit (z. B. Milch). |
| Endotherm | Reaktion, die Energie aus der Umgebung aufnimmt. |
| Exotherm | Reaktion, die Energie an die Umgebung abgibt. |
| Gemisch | Stoff aus mehreren Reinstoffen, physikalisch trennbar. |
| Legierung | Homogenes Gemisch aus mehreren Metallen (z. B. Messing). |
| Lösung | Homogenes Gemisch, in dem ein Stoff in einer Flüssigkeit gelöst ist. |
| Massenerhaltung | Gesetz: Masse der Edukte = Masse der Produkte. |
| Oxidation | Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff. |
| Physikalischer Vorgang | Änderung ohne neue Stoffe (z. B. Schmelzen). |
| Produkt | Neuer Stoff einer Reaktion (steht rechts vom Pfeil). |
| Reinstoff | Stoff aus nur einer Teilchensorte mit festen Eigenschaften. |
| Suspension | Heterogenes Gemisch aus festen Teilchen in einer Flüssigkeit. |
| Synthese | Reaktion, bei der aus mehreren Stoffen einer entsteht (A + B → AB). |
| Teilchenmodell | Vorstellung, dass alle Stoffe aus kleinsten Teilchen bestehen. |
| Verbrennung | Reaktion mit Sauerstoff unter Freisetzung von Energie. |
| Wortgleichung | Beschreibung einer Reaktion mit Worten: Edukte → Produkte. |
Die Dichte gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen eines Stoffes steckt. Man berechnet sie mit der Formel , also Masse geteilt durch Volumen, und gibt sie meist in g/cm³ an. Die Dichte ist eine typische Stoffeigenschaft und bei einem Reinstoff immer gleich, egal wie groß das Stück ist. So kann man zum Beispiel Eisen ( g/cm³) sicher von Aluminium ( g/cm³) unterscheiden.
Ein Reinstoff besteht aus nur einer Sorte Teilchen und hat feste, unveränderliche Stoffeigenschaften. Ein Gemisch besteht dagegen aus mehreren Reinstoffen, die mit physikalischen Trennverfahren wieder getrennt werden können. Ein homogenes Gemisch wie eine Lösung sieht einheitlich aus, bei einem heterogenen Gemisch wie einer Suspension erkennt man die Bestandteile noch. Beispiel: Salzwasser ist eine Lösung, Sand in Wasser ist eine Suspension.
Um das Salz zu gewinnen, dampft man das Salzwasser ein: Das Wasser verdampft und das feste Salz bleibt im Gefäß zurück. Um reines Wasser zu gewinnen, destilliert man: Das Wasser verdampft, wird an einem kalten Kühler wieder verflüssigt (kondensiert) und aufgefangen, während das Salz zurückbleibt. Beide Verfahren nutzen aus, dass Wasser und Salz sehr unterschiedliche Siedetemperaturen haben. Filtrieren funktioniert hier nicht, weil die gelösten Salzteilchen viel zu klein sind.
Im festen Zustand liegen die Teilchen dicht und geordnet in einem Gitter und schwingen nur am Platz, deshalb hat der Stoff eine feste Form. Im flüssigen Zustand sind die Teilchen noch dicht beieinander, können aber aneinander vorbeigleiten, deshalb passt sich eine Flüssigkeit ihrem Gefäß an. Im gasförmigen Zustand haben die Teilchen große Abstände und bewegen sich frei, deshalb füllt ein Gas jeden Raum aus. Beim Erwärmen bewegen sich die Teilchen schneller und der Abstand wächst.
Eine chemische Reaktion erkennt man daran, dass neue Stoffe mit neuen Eigenschaften entstanden sind. Typische Anzeichen sind eine Farbänderung, die Bildung eines Gases oder Niederschlags sowie das Freiwerden oder Aufnehmen von Energie (Wärme, Licht). Entscheidend ist immer das Kennzeichen „neue Stoffe mit neuen Eigenschaften“. Beispiel: Aus dem magnetischen Gemisch von Eisen und Schwefel entsteht beim Erhitzen das nicht mehr magnetische Eisensulfid.
Edukte sind die Ausgangsstoffe einer Reaktion und stehen links vom Reaktionspfeil. Produkte sind die neuen Stoffe, die entstehen, und stehen rechts vom Pfeil. Der Pfeil bedeutet „reagiert zu“ und zeigt die Richtung der Reaktion. Beispiel: Bei „Eisen + Schwefel → Eisensulfid“ sind Eisen und Schwefel die Edukte und Eisensulfid ist das Produkt.
Bei einer Synthese verbinden sich mehrere Stoffe zu einem einzigen neuen Stoff, nach dem Schema A + B → AB. Bei einer Analyse zerfällt ein Stoff in mehrere Bestandteile, nach dem Schema AB → A + B. Die Synthese ist also ein Aufbauen, die Analyse ein Zerlegen. Beispiel Synthese: Wasserstoff + Sauerstoff → Wasser; Beispiel Analyse: Wasser → Wasserstoff + Sauerstoff.
Exotherm bedeutet, dass bei der Reaktion Energie an die Umgebung abgegeben wird, meist als Wärme, sodass die Produkte energieärmer sind als die Edukte. Endotherm bedeutet, dass Energie aus der Umgebung aufgenommen wird und die Produkte energiereicher sind als die Edukte. Bei exothermen Reaktionen wird die Umgebung wärmer, bei endothermen kälter. Ein Beispiel für exotherm ist jede Verbrennung, für endotherm die Fotosynthese.
Die Aktivierungsenergie ist die Energie, die man einer Reaktion zu Beginn zuführen muss, damit sie überhaupt startet. Sie ist im Energiediagramm der „Energieberg“, den die Edukte überwinden müssen. Auch exotherme Reaktionen brauchen meist eine Aktivierungsenergie, zum Beispiel ein Streichholz, das ein Lagerfeuer entzündet. Ein Katalysator kann die Aktivierungsenergie senken, sodass die Reaktion leichter abläuft.
Das Gesetz von der Erhaltung der Masse besagt, dass bei einer chemischen Reaktion die Masse der Edukte genau gleich der Masse der Produkte ist. Erklären lässt sich das im Teilchenmodell: Bei einer Reaktion werden die Atome nur neu angeordnet, es entstehen keine neuen und es gehen keine verloren. Deshalb bleibt die Gesamtmasse gleich, wenn man im geschlossenen System arbeitet. Scheinbare Massenänderungen entstehen nur, wenn Gase entweichen oder aus der Luft aufgenommen werden.
Sauerstoff weist man mit der Glimmspanprobe nach: Ein glimmender Holzspan flammt in reinem Sauerstoff hell auf. Wasserstoff weist man mit der Knallgasprobe nach: Eine Probe des Gases verbrennt an der Flamme mit einem pfeifenden Knall. Kohlenstoffdioxid weist man mit der Kalkwasserprobe nach: Leitet man das Gas in klares Kalkwasser, trübt sich dieses milchig-weiß. So kann man die bei Verbrennungen beteiligten Gase eindeutig bestimmen.
Eine Verbrennung ist eine chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff, bei der Energie in Form von Wärme und Licht frei wird. Solche Reaktionen mit Sauerstoff nennt man allgemein Oxidation. Damit eine Verbrennung abläuft, müssen Brennstoff, Sauerstoff und die Zündtemperatur zusammenkommen. Beispiel: Kohlenstoff + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid.