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Argumentieren und Meinung begründen – Lernzettel

Deutsch · Klasse 6 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen

Hier lernst du, wie du deine Meinung überzeugend sagst und aufschreibst. Nach dem Durcharbeiten weißt du, wie ein Argument aufgebaut ist, wie du Argumente sammelst, ordnest und verknüpfst, wie ein Meinungstext gegliedert wird und wie du sachlich bleibst — damit dir eine gute Klassenarbeit gelingt.

1. Behauptung, Begründung und Beispiel: so ist ein Argument aufgebaut

Ein Argument ist mehr als nur eine Meinung. Es besteht immer aus drei Teilen, die zusammengehören: der Behauptung, der Begründung und dem Beispiel. Nur wenn alle drei Teile da sind, kannst du andere Menschen wirklich überzeugen.

Baustein Frage dahinter Beispiel
Behauptung (These) Was meinst du? „Wir sollten eine Leseecke im Klassenzimmer haben.“
Begründung Warum meinst du das? „…weil Lesen die Konzentration fördert und entspannt.“
Beispiel/Beleg Woran sieht man das? „In der 6b gibt es eine Leseecke, und dort ist es in den Pausen viel ruhiger.“
  • Die Behauptung ist dein Standpunkt, den du beweisen willst — sie sagt kurz und klar, was du forderst oder meinst.
  • Die Begründung liefert den Grund dafür und wird meist mit weil oder denn angeschlossen.
  • Das Beispiel macht dein Argument anschaulich, weil es zeigt, dass es im echten Leben wirklich so ist.

2. Die eigene Meinung klar formulieren (Ich finde, dass …, weil …)

Damit andere sofort verstehen, was du willst, musst du deine Meinung klar und deutlich ausdrücken. Dafür gibt es feste Redewendungen, die deine Meinung einleiten und die Begründung anschließen.

Meinung einleiten Begründung anschließen
Ich finde, dass … …, weil …
Ich bin der Meinung, dass … …, denn …
Meiner Meinung nach … …, da …
Ich bin davon überzeugt, dass … … Ein zweiter Hauptsatz mit der Begründung

Achtung, „deshalb“ leitet eine Folge ein, keine Begründung: „Wir brauchen längere Pausen, weil wir uns erholen müssen.“ / „Wir müssen uns erholen. Deshalb brauchen wir längere Pausen.“

  • Beginne mit einer klaren Meinungsformel wie „Ich finde, dass …“, damit deine Position von Anfang an feststeht.
  • Vermeide unklare Wörter wie „vielleicht“, „irgendwie“ oder „eigentlich“, weil sie deine Meinung schwach wirken lassen.
  • Begründe deine Meinung nachvollziehbar. Dabei helfen Wörter wie „weil“, „denn“ oder „da“; auch zwei sinnvoll verbundene Hauptsätze sind möglich. Eine Meinung ohne Begründung ist nur eine bloße Behauptung.

3. Argumente sammeln und nach Wichtigkeit ordnen

Bevor du einen Meinungstext schreibst, sammelst du zuerst alle Argumente, die dir einfallen. Danach ordnest du sie nach ihrer Wichtigkeit, denn nicht jedes Argument überzeugt gleich stark.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Schreibe alle Ideen ungeordnet auf einen Zettel (Brainstorming) — noch ohne zu bewerten.
  2. Streiche Gedanken, die sich wiederholen oder nicht zum Thema passen.
  3. Bewerte jedes Argument: Wie stark überzeugt es? (stark – mittel – schwach)
  4. Bringe die Argumente in eine Reihenfolge.
Reihenfolge Wirkung
Vom schwächsten zum stärksten Argument Der Text wird immer überzeugender — empfohlen
Vom stärksten zum schwächsten Argument Der starke Anfang verpufft, das Ende wirkt schwach

Diagramm

4. Argumente verknüpfen (außerdem, dazu kommt, ein weiterer Grund ist, deshalb)

Damit dein Text flüssig und zusammenhängend wirkt, verbindest du deine Argumente mit Verknüpfungswörtern (auch Bindewörter genannt). Sie zeigen dem Leser, dass ein neues Argument oder eine Schlussfolgerung kommt.

Zweck Verknüpfungswörter
Weiteres Argument hinzufügen außerdem, dazu kommt, ein weiterer Grund ist, zudem, darüber hinaus
Etwas begründen weil, denn, da
Eine Folge/Schluss ziehen deshalb, daher, aus diesem Grund, folglich
Gegensatz zeigen aber, jedoch, trotzdem, allerdings
  • Mit „außerdem“ und „dazu kommt“ reihst du weitere Argumente an, ohne dass der Text abgehackt klingt.
  • Mit „ein weiterer Grund ist, dass …“ kündigst du deutlich ein neues Argument an.
  • Mit „deshalb“ ziehst du am Ende die Schlussfolgerung aus deinen Argumenten.

5. Aufbau eines Meinungstexts: Einleitung, Argumente, Schluss mit Forderung oder Wunsch

Ein guter Meinungstext hat einen klaren dreiteiligen Aufbau: Einleitung, Hauptteil mit Argumenten und Schluss. Dieser Aufbau hilft dem Leser, deinem Gedankengang zu folgen.

Teil Aufgabe Beispielsatz
Einleitung Thema nennen und eigene Meinung sagen „In letzter Zeit wird viel über Handys in der Schule gesprochen. Ich finde, dass …“
Hauptteil Argumente nennen, ordnen und verknüpfen „Erstens … Außerdem … Ein weiterer Grund ist …“
Schluss Meinung zusammenfassen, Forderung oder Wunsch „Deshalb wünsche ich mir, dass …“
  • In der Einleitung machst du neugierig und sagst kurz, worum es geht und wie du dazu stehst.
  • Im Hauptteil bringst du deine Argumente in der geordneten Reihenfolge, jedes mit Begründung und Beispiel.
  • Im Schluss fasst du zusammen und endest mit einer klaren Forderung („Ich fordere, dass …“) oder einem Wunsch („Ich wünsche mir, dass …“).

Diagramm

6. Gegenargumente aufgreifen und entkräften

Ein Gegenargument ist ein Argument, das gegen deine Meinung spricht. Wenn du es nennst und dann widerlegst, wirkst du besonders überzeugend, weil du zeigst, dass du dich mit der anderen Seite beschäftigt hast. Widerlegen nennt man auch entkräften.

So gehst du vor:

  1. Nenne das Gegenargument ehrlich („Manche sagen, dass …“).
  2. Zeige Verständnis, aber leite zum Widerspruch über („Das mag stimmen, aber …“).
  3. Entkräfte es mit einem starken eigenen Argument.
Schritt Sprachliche Wendung
Gegenargument nennen „Zwar wird oft behauptet, dass …“ / „Manche meinen, …“
Überleiten „…, aber …“ / „…, jedoch …“ / „…, trotzdem …“
Entkräften „…, denn in Wirklichkeit …“ / „Das gilt aber nur, wenn …“

7. Sachlich bleiben: keine Beleidigungen, keine bloßen Behauptungen

Sachlich zu bleiben bedeutet, dass du bei den Argumenten bleibst und niemanden angreifst. Wer beleidigt oder nur behauptet, überzeugt nicht — sondern verliert die Diskussion.

Sachlich (gut) Unsachlich (schlecht)
„Ich sehe das anders, weil …“ „Das ist doch total dumm!“
„Diese Regel benachteiligt uns, denn …“ „Nur Idioten denken so.“
Begründete Aussage mit Beispiel Bloße Behauptung ohne Grund
Ruhiger, höflicher Ton Schimpfwörter, Großschreiben, Ausrufezeichen-Flut
  • Verzichte auf Beleidigungen, denn sie verletzen andere und schwächen deine eigene Position.
  • Vermeide bloße Behauptungen — jede Aussage braucht eine nachvollziehbare Begründung.
  • Bleibe höflich und ruhig, auch wenn du anderer Meinung bist, weil sachliche Argumente ernster genommen werden.

8. Einen Brief oder Beitrag mit begründeter Meinung schreiben (an die Klasse, die Schulleitung, die Eltern)

Alles Gelernte wendest du an, wenn du einen Brief oder einen Beitrag schreibst. Dabei passt du deine Sprache an den Empfänger an: An die Schulleitung schreibst du förmlicher als an die eigene Klasse.

Empfänger Anrede Ton
Schulleitung „Sehr geehrte Frau Meyer,“ förmlich, höflich, Sie
Eltern „Liebe Eltern,“ höflich, vertraut, Sie/ihr
Klasse „Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,“ freundlich, locker, ihr

So baust du deinen Brief auf:

  1. Anrede passend zum Empfänger, danach ein Komma und klein weiterschreiben.
  2. Einleitung mit Thema und deiner Meinung.
  3. Hauptteil mit geordneten, verknüpften Argumenten und mindestens einem entkräfteten Gegenargument.
  4. Schluss mit Forderung oder Wunsch.
  5. Grußformel („Mit freundlichen Grüßen“ / „Viele Grüße“) und dein Name.

Glossar

Begriff Definition
Argument Vollständige Begründung einer Meinung aus Behauptung, Begründung und Beispiel.
Behauptung (These) Aussage, die deinen Standpunkt kurz und klar ausdrückt.
Begründung Der Grund, der erklärt, warum die Behauptung stimmt; meist mit „weil“ oder „denn“.
Beispiel (Beleg) Anschauliche Aussage aus dem echten Leben, die das Argument stützt.
Bloße Behauptung Aussage ohne Begründung — überzeugt niemanden.
Empfänger Person oder Gruppe, an die ein Brief oder Beitrag gerichtet ist.
Entkräften Ein Gegenargument widerlegen und dadurch schwächen.
Forderung Klare Aufforderung am Textende, etwas zu tun oder zu ändern.
Gegenargument Argument, das gegen die eigene Meinung spricht.
Meinungstext Text, der eine begründete Meinung darstellt (Einleitung, Hauptteil, Schluss).
Sachlichkeit Bei der Sache bleiben, ohne Beleidigungen oder persönliche Angriffe.
Verknüpfungswörter Bindewörter wie „außerdem“ oder „deshalb“, die Argumente verbinden.

FAQ — typische Prüfungsfragen

Aus welchen drei Teilen besteht ein vollständiges Argument?

Ein vollständiges Argument besteht aus Behauptung, Begründung und Beispiel. Die Behauptung nennt den Standpunkt, die Begründung erklärt mit „weil“ oder „denn“, warum er stimmt, und das Beispiel macht das Argument anschaulich. Nur wenn alle drei Teile vorhanden sind, kann man andere wirklich überzeugen. Man merkt sich das mit den drei B.

Wie formuliere ich meine Meinung klar?

Ich formuliere meine Meinung klar, indem ich eine feste Meinungsformel wie „Ich finde, dass …“ oder „Ich bin der Meinung, dass …“ verwende und daran mit „weil“ eine Begründung anschließe. Unklare Wörter wie „vielleicht“ oder „irgendwie“ vermeide ich, weil sie meine Meinung schwach wirken lassen. So versteht der Leser sofort, was ich will und warum.

In welcher Reihenfolge ordne ich meine Argumente?

Ich ordne meine Argumente vom schwächsten zum stärksten, sodass das stärkste Argument am Ende des Hauptteils steht, direkt vor Zusammenfassung und Forderung. Der Grund dafür ist, dass das zuletzt Gelesene am besten im Gedächtnis bleibt. So wird mein Text immer überzeugender und endet mit dem größten Eindruck.

Wozu dienen Verknüpfungswörter?

Verknüpfungswörter verbinden meine Argumente und machen den Text flüssig und zusammenhängend. Mit „außerdem“ oder „ein weiterer Grund ist“ füge ich weitere Argumente an, mit „deshalb“ ziehe ich eine Schlussfolgerung. Ohne diese Wörter würde der Text abgehackt und langweilig klingen.

Wie ist ein Meinungstext aufgebaut?

Ein Meinungstext besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. In der Einleitung nenne ich das Thema und meine Meinung, im Hauptteil bringe ich meine geordneten und verknüpften Argumente, und im Schluss fasse ich zusammen und ende mit einer Forderung oder einem Wunsch. Dieser dreiteilige Aufbau hilft dem Leser, meinem Gedankengang zu folgen.

Was ist ein Gegenargument und wie gehe ich damit um?

Ein Gegenargument ist ein Argument, das gegen meine Meinung spricht. Ich greife es auf, indem ich es ehrlich nenne („Manche sagen, dass …“), Verständnis zeige und es dann mit einem starken eigenen Argument entkräfte. Dadurch wirke ich besonders überzeugend, weil ich zeige, dass ich beide Seiten kenne.

Warum ist es wichtig, sachlich zu bleiben?

Es ist wichtig, sachlich zu bleiben, weil sachliche Argumente ernster genommen werden und überzeugen. Beleidigungen und bloße Behauptungen schwächen dagegen meine eigene Position und verletzen andere. Deshalb greife ich immer das Argument an und nie die Person.

Was ist der Unterschied zwischen einer Meinung und einer bloßen Behauptung?

Eine bloße Behauptung ist eine Aussage ohne Begründung, zum Beispiel „Hausaufgaben sind blöd.“ Eine begründete Meinung dagegen liefert den Grund, meist mit „weil“, „denn“ oder „da“, manchmal auch in einem zweiten Hauptsatz. Nur eine begründete Meinung kann andere überzeugen, denn ohne Begründung bleibt sie wirkungslos.

Wie passe ich einen Brief an den Empfänger an?

Ich passe einen Brief an, indem ich Anrede und Ton auf den Empfänger abstimme. An die Schulleitung schreibe ich förmlich mit „Sehr geehrte Frau Meyer,“ und „Sie“, an meine Klasse locker mit „Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,“ und „ihr“. So wirkt mein Brief höflich und angemessen.

Wie endet ein guter Meinungstext?

Ein guter Meinungstext endet mit einem klaren Schluss, der die Meinung zusammenfasst und mit einer Forderung oder einem Wunsch abschließt. Ich schreibe zum Beispiel „Deshalb fordere ich, dass …“ oder „Ich wünsche mir, dass …“. So bleibt beim Leser deutlich, was ich erreichen möchte.