Deutsch · Klasse 6 · 45 Minuten · 40 Punkte
A1 (2 P) Nenne die drei wichtigsten Merkmale einer Fabel.
A2 (2 P) Nenne die fünf Bauteile einer Fabel in der richtigen Reihenfolge.
A3 (3 P) Ordne den folgenden Tieren ihre typische Eigenschaft zu.
A4 (2 P) Nenne den Dichter der Antike, der als Begründer der Fabel gilt, und einen deutschen Fabeldichter des 18. Jahrhunderts.
A5 (1 P) In welcher Zeitform wird eine Fabel geschrieben?
B1 (4 P) Erkläre den Unterschied zwischen einer Fabel und einem Märchen. Nenne dabei mindestens zwei Unterschiede.
B2 (5 P) Lies die folgende Kurzfabel und beantworte die Fragen.
„Ein Hund trug ein Stück Fleisch über eine Brücke. Im Wasser sah er sein Spiegelbild und hielt es für einen anderen Hund mit einem größeren Stück. Gierig schnappte er danach — da fiel sein eigenes Fleisch ins Wasser und war verloren.“
B3 (4 P) Erkläre, warum in Fabeln häufig Tiere mit typischen menschlichen Eigenschaften vorkommen. Nenne dabei einen Vorteil für die Lesenden.
B4 (3 P) Verwandle die folgenden Sätze in korrekte wörtliche Rede mit Redebegleitsatz.
C1 (10 P) Schreibe eine eigene Fabel. Beachte dabei die folgenden Vorgaben.
C2 (4 P) Der folgende Fabelanfang ist vorgegeben. Schreibe die Fabel zu Ende (Wendepunkt, Ergebnis und Lehre).
„Ein stolzer Hahn saß auf dem Zaun und krähte, er sei das klügste Tier im Hof. Da kam der Fuchs vorbei und blieb stehen.“
Kurze Erzählung, meist Tiere mit menschlichen Eigenschaften (Vermenschlichung) und eine Lehre, die sich aus der Handlung ableiten lässt und häufig am Schluss steht. (Alle drei Merkmale: 2 P, zwei davon: 1 P.)
Ausgangssituation – Rede und Gegenrede – Wendepunkt – Ergebnis – Lehre. (Vollständig und in richtiger Reihenfolge 2 P, kleinere Fehler in der Reihenfolge 1 P.)
Der Begründer der Fabel ist Äsop (1 P). Ein deutscher Fabeldichter des 18. Jahrhunderts ist Gotthold Ephraim Lessing (1 P).
Eine Fabel wird im Präteritum geschrieben. (1 P)
Zum Beispiel: Eine Fabel ist kurz und ihre Figuren sind meist vermenschlichte Tiere; ein Märchen ist oft länger und enthält Zauber und magische Wesen wie Feen oder Hexen. Aus einer Fabel lässt sich eine Lehre ableiten; ein Märchen endet meist glücklich, ohne ausdrückliche Lehre. Je vollständig erklärtem Unterschied mit Gegenüberstellung beider Textsorten: 2 P; nur eine zutreffende Seite genannt: 1 P. Zwei vollständige Unterschiede ergeben die 4 P.
In Fabeln stehen Tiere häufig für typische menschliche Eigenschaften, zum Beispiel der Fuchs für Schlauheit (2 P). Der Vorteil für den Leser ist, dass er den Charakter der Figur sofort kennt und die Fabel deshalb kurz bleiben kann, ohne die Eigenschaften lange zu erklären (2 P).
Je 1 P für eine inhaltlich und zeichensetzerisch richtige Umformung. Jede richtige Stellung des Begleitsatzes zählt („Du singst wunderschön!“, sagte der Fuchs.), ebenso die in der Aufgabe vorgegebene Gegenwartsform.
Erwartet wird eine vollständige eigene Fabel. Bewertet wird:
Beispiel: Ein Fuchs überredet einen Esel, ihm zu folgen, und führt ihn in eine Falle. Lehre: „Wer jedem Versprechen blind folgt, gerät leicht in Gefahr.“
Erwartet wird ein passender Schluss mit Wendepunkt, Ergebnis und Lehre.
| Note | Punkte |
|---|---|
| 1 | 37–40 |
| 2 | 31–36 |
| 3 | 24–30 |
| 4 | 17–23 |
| 5 | 9–16 |
| 6 | 0–8 |
Gesamt: 40 Punkte