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Satzglieder bestimmen – Lernzettel

Deutsch · Klasse 6 · 7 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen

Satzglieder sind die Bausteine, aus denen ein Satz aufgebaut ist. In diesem Material lernst du, wie du mit Umstell-, Ersatz- und Frageprobe jedes Satzglied sicher findest, wie du Subjekt, Prädikat, Objekte und adverbiale Bestimmungen unterscheidest und wie du am Ende einen ganzen Text mit den richtigen Abkürzungen kennzeichnest.

1. Satzglieder mit der Umstellprobe finden

Ein Satzglied ist ein Wort oder eine Wortgruppe, die man im Satz gemeinsam an eine andere Stelle verschieben kann. Genau das macht die Umstellprobe: Du stellst den Satz um und beobachtest, welche Teile immer zusammenbleiben. Was zusammen wandert, ist ein Satzglied.

  • Jedes Satzglied lässt sich als Ganzes an den Satzanfang stellen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert.
  • Mit der Umstellprobe prüfst du die Satzglieder außer dem Prädikat. Die gebeugte Verbform des Prädikats bleibt im Aussagesatz an zweiter Stelle stehen – sie ist der feste Dreh- und Angelpunkt; ein weiterer Prädikatteil steht häufig am Satzende.
  • Wörter, die nur gemeinsam verschoben werden können, gehören zu einem Satzglied (z. B. „der kleine Hund“).

Diagramm

2. Subjekt und Prädikat bestimmen (Wer oder was? Was tut …?)

Subjekt und Prädikat sind die zwei wichtigsten Satzglieder – ohne sie gibt es keinen vollständigen Satz. Das Prädikat sagt, was geschieht oder was jemand tut. Es kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen: Suche zuerst die gebeugte Verbform und dann mögliche weitere Prädikatteile („Sie macht das Fenster auf.“ – Prädikat: „macht … auf“). Das Subjekt ist die handelnde Person oder Sache und steht immer im Nominativ (1. Fall).

So gehst du vor:

  1. Suche zuerst das Prädikat: Frage „Was geschieht?“ oder „Was tut jemand?“. Das gebeugte Verb ist das Prädikat.
  2. Frage dann vom Prädikat aus nach dem Subjekt: „Wer oder was + Prädikat?“.
  3. Die Antwort im Nominativ ist das Subjekt.
Satzglied Frage Fall Abkürzung Beispiel
Subjekt Wer oder was? Nominativ (1. Fall) S Die Schülerin liest.
Prädikat Was tut …? / Was geschieht? (Verbform) P Die Schülerin liest.

3. Objekte bestimmen: Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekt

Objekte sind Satzglieder, die vom Prädikat abhängen und einen anderen Fall als den Nominativ haben. Man unterscheidet sie nach dem Fall, in dem sie stehen. Die Frage stellst du immer vom Prädikat aus.

Objekt Fall Frage Abkürzung Beispiel
Genitivobjekt Genitiv (2. Fall) Wessen? GO Wir gedenken der Opfer.
Dativobjekt Dativ (3. Fall) Wem? DO Ich helfe meiner Freundin.
Akkusativobjekt Akkusativ (4. Fall) Wen oder was? AO Er kauft einen Apfel.
  • Das Akkusativobjekt kommt am häufigsten vor; frage „Wen oder was?“.
  • Das Dativobjekt antwortet auf „Wem?“ und steht oft bei Verben wie helfen, danken, geben, gehören.
  • Das Genitivobjekt ist selten und antwortet auf „Wessen?“ (z. B. bei sich erinnern, gedenken, bedürfen).

4. Adverbiale Bestimmungen: Ort, Zeit, Art und Weise, Grund

Adverbiale Bestimmungen geben die Umstände einer Handlung an: wo, wann, wie und warum etwas geschieht. Man unterscheidet vier Hauptarten. Die Abkürzung ist jeweils „adv.“ mit einem Kennbuchstaben.

Adverbiale Bestimmung Frage Abkürzung Beispiel
des Ortes (lokal) Wo? Wohin? Woher? adv. O Wir spielen auf dem Hof.
der Zeit (temporal) Wann? Wie lange? Wie oft? adv. Z Am Morgen klingelt der Wecker.
der Art und Weise (modal) Wie? Auf welche Weise? adv. A Sie singt wunderschön.
des Grundes (kausal) Warum? Weshalb? adv. G Wegen des Sturms bleibt die Schule zu.
  • Adverbiale Bestimmungen sind oft, aber nicht immer, weglassbar, ohne dass der Satz grammatisch falsch wird.
  • Sie lassen sich mit der Umstellprobe als eigenes Satzglied nachweisen.
  • Merke dir die vier Fragen als Reihe: Wo? – Wann? – Wie? – Warum?

5. Mehrteilige Prädikate (trennbare Verben, Hilfsverben, Modalverben)

Ein Prädikat kann aus mehreren Teilen bestehen. Auch wenn diese Teile im Satz weit auseinanderstehen, gehören sie zusammen und bilden gemeinsam das Prädikat. Es gibt drei typische Fälle.

Art Wie es entsteht Beispiel (Prädikatteile fett)
Trennbares Verb Vorsilbe wandert ans Satzende Sie macht das Fenster auf.
Hilfsverb + Partizip/Infinitiv haben, sein, werden + zweite Verbform Wir haben viel gelernt.
Modalverb + Infinitiv können, müssen, wollen … + Grundform Du musst jetzt gehen.

Schritt für Schritt beim mehrteiligen Prädikat:

  1. Suche die gebeugte Verbform an zweiter Stelle (z. B. „macht“, „haben“, „musst“).
  2. Suche den zweiten Verbteil – meist am Satzende (z. B. „auf“, „gelernt“, „gehen“).
  3. Kennzeichne beide Teile als Prädikat (P).

6. Satzglieder mit Ersatzprobe und Frageprobe prüfen

Neben der Umstellprobe helfen dir zwei weitere Proben, ein Satzglied genau zu bestimmen: die Ersatzprobe und die Frageprobe. Am besten kombinierst du alle drei Proben.

  • Umstellprobe: Verschiebe das Satzglied → Was zusammenbleibt, ist ein Satzglied.
  • Ersatzprobe: Ersetze das Satzglied durch ein einzelnes Wort (z. B. ein Pronomen wie er, sie, es, ihm, ihn oder ein Adverb wie dort, dann). Klappt das, ist es ein Satzglied.
  • Frageprobe: Stelle die passende Frage (Wer? Wen? Wem? Wo? …). Die Antwort zeigt dir, welches Satzglied es ist.
Probe Was du tust Woran du es erkennst
Umstellprobe Satzglied verschieben Wörter, die zusammen wandern = ein Satzglied
Ersatzprobe durch ein Wort ersetzen ersetzbar = ein Satzglied
Frageprobe passende Frage stellen Antwort verrät die Art des Satzglieds

Diagramm

7. Satzglieder in einem Text bestimmen und mit den Abkürzungen kennzeichnen

Wenn du in einem ganzen Text die Satzglieder kennzeichnest, arbeitest du Satz für Satz und schreibst die passende Abkürzung über oder unter jedes Satzglied. So behältst du den Überblick.

Diese Abkürzungen musst du sicher kennen:

Satzglied Abkürzung
Subjekt S
Prädikat P
Genitivobjekt GO
Dativobjekt DO
Akkusativobjekt AO
adverbiale Bestimmung des Ortes adv. O
adverbiale Bestimmung der Zeit adv. Z
adverbiale Bestimmung der Art und Weise adv. A
adverbiale Bestimmung des Grundes adv. G

Empfohlene Reihenfolge beim Bestimmen:

  1. Finde zuerst das Prädikat (gebeugte Verbform, denk an mehrteilige Prädikate).
  2. Frage nach dem Subjekt („Wer oder was?“).
  3. Suche die Objekte („Wessen? Wem? Wen oder was?“).
  4. Bestimme die adverbialen Bestimmungen („Wo? Wann? Wie? Warum?“).
  5. Prüfe im Zweifel mit Umstell-, Ersatz- und Frageprobe nach.

Glossar

Begriff Definition
Adverbiale Bestimmung Satzglied, das die Umstände einer Handlung angibt (Ort, Zeit, Art und Weise, Grund).
Akkusativobjekt Objekt im 4. Fall; Frage: „Wen oder was?“ (Abk. AO).
Dativobjekt Objekt im 3. Fall; Frage: „Wem?“ (Abk. DO).
Ersatzprobe Probe, bei der man ein Satzglied durch ein einzelnes Wort (Pronomen, Adverb) ersetzt.
Frageprobe Probe, bei der man mit einer passenden Frage nach einem Satzglied fragt.
Genitivobjekt Objekt im 2. Fall; Frage: „Wessen?“ (Abk. GO).
Hilfsverb Verb haben, sein, werden, das mit einer zweiten Verbform ein mehrteiliges Prädikat bildet.
Mehrteiliges Prädikat Prädikat aus mehreren Teilen (trennbares Verb, Hilfsverb oder Modalverb + zweite Verbform).
Modalverb Verb wie können, müssen, wollen, dürfen, sollen, mögen, das mit einem Infinitiv das Prädikat bildet.
Nominativ 1. Fall; Frage: „Wer oder was?“; Fall des Subjekts.
Objekt Satzglied, das vom Prädikat abhängt und im Genitiv, Dativ oder Akkusativ steht.
Prädikat Satzglied, das sagt, was geschieht oder was jemand tut; besteht aus der gebeugten Verbform und oft einem weiteren Teil („macht … auf“) (Abk. P).
Satzglied Wort oder Wortgruppe, die man im Satz gemeinsam verschieben kann.
Subjekt Satzglied im Nominativ; Frage: „Wer oder was?“ (Abk. S).
Trennbares Verb Verb, dessen Vorsilbe im Satz abgetrennt wird (z. B. aufmachen → macht … auf).
Umstellprobe Probe, bei der man den Satz umstellt, um die Satzglieder zu erkennen.

FAQ — typische Prüfungsfragen

Was ist ein Satzglied?

Ein Satzglied ist ein Wort oder eine Wortgruppe, die man im Satz gemeinsam an eine andere Stelle verschieben kann. Man erkennt es daran, dass alle Wörter, die zu ihm gehören, immer zusammen wandern. Ein Satz besteht mindestens aus Subjekt und Prädikat, oft kommen Objekte und adverbiale Bestimmungen dazu. Zum Beispiel ist in „Der kleine Hund bellt laut.“ die Wortgruppe „der kleine Hund“ ein Satzglied.

Wie funktioniert die Umstellprobe?

Bei der Umstellprobe stellst du den Satz um, indem du ein Satzglied an den Satzanfang setzt. Wörter, die dabei gemeinsam wandern müssen, bilden zusammen ein Satzglied. Mit der Umstellprobe prüfst du die Satzglieder außer dem Prädikat: Seine gebeugte Verbform bleibt im Aussagesatz an zweiter Stelle. So kannst du zählen, aus wie vielen Satzgliedern ein Satz besteht.

Wie unterscheidest du Subjekt und Prädikat?

Das Prädikat antwortet auf die Frage „Was tut jemand?“ oder „Was geschieht?“; man sucht zuerst die gebeugte Verbform und dann mögliche weitere Prädikatteile. Das Subjekt steht im Nominativ und antwortet auf „Wer oder was?“. Man sucht zuerst das Prädikat und fragt dann von ihm aus nach dem Subjekt. In „Mein Bruder repariert das Fahrrad.“ ist „repariert“ das Prädikat und „mein Bruder“ das Subjekt.

Mit welchen Fragen bestimmst du die Objekte?

Objekte bestimmst du mit den Fragen nach dem Fall, immer vom Prädikat aus. Das Genitivobjekt fragt „Wessen?“, das Dativobjekt „Wem?“ und das Akkusativobjekt „Wen oder was?“. So steht das Genitivobjekt im 2. Fall, das Dativobjekt im 3. Fall und das Akkusativobjekt im 4. Fall. In „Ich helfe meiner Freundin.“ ist „meiner Freundin“ ein Dativobjekt.

Wie unterscheidest du das Akkusativobjekt vom Subjekt?

Das Subjekt fragst du mit „Wer oder was?“, das Akkusativobjekt mit „Wen oder was?“. Der Unterschied liegt in den kleinen Wörtern „Wer“ (Nominativ) und „Wen“ (Akkusativ). Das Subjekt ist der handelnde Teil, das Akkusativobjekt der Teil, auf den sich die Handlung richtet. In „Er kauft einen Apfel.“ ist „er“ das Subjekt und „einen Apfel“ das Akkusativobjekt.

Welche adverbialen Bestimmungen gibt es und wie fragst du danach?

Es gibt vier Hauptarten: die adverbiale Bestimmung des Ortes (Wo?), der Zeit (Wann?), der Art und Weise (Wie?) und des Grundes (Warum?). Sie geben die Umstände einer Handlung an. Man findet sie mit den Fragen „Wo? Wann? Wie? Warum?“. In „Gestern übte Lena fleißig.“ ist „gestern“ eine adverbiale Bestimmung der Zeit und „fleißig“ eine der Art und Weise.

Was ist ein mehrteiliges Prädikat?

Ein mehrteiliges Prädikat besteht aus mehreren Verbteilen, die zusammen das Prädikat bilden. Es entsteht bei trennbaren Verben, bei Hilfsverben mit einer zweiten Verbform und bei Modalverben mit einem Infinitiv. Die gebeugte Verbform steht an zweiter Stelle, der zweite Teil meist am Satzende. In „Du musst jetzt gehen.“ bilden „musst … gehen“ gemeinsam das Prädikat.

Wie prüfst du ein Satzglied mit der Ersatzprobe?

Bei der Ersatzprobe ersetzt du ein Satzglied durch ein einzelnes Wort, zum Beispiel durch ein Pronomen wie „er, sie, ihm, ihn“ oder ein Adverb wie „dort, dann“. Wenn der Satz danach noch sinnvoll und grammatisch richtig ist, handelt es sich um ein Satzglied. Ersetze dabei die vermutete ganze Gruppe, nicht nur ein Wort darin – „kleine“ durch „schwarze“ zu tauschen beweist noch kein Satzglied. So kannst du „der neue Schüler“ durch „er“ ersetzen und beweist damit, dass es ein Satzglied ist. Die Ersatzprobe ergänzt die Umstell- und die Frageprobe.

In welcher Reihenfolge bestimmst du die Satzglieder eines Satzes?

Am besten bestimmst du zuerst das Prädikat, weil es der feste Bezugspunkt ist. Danach fragst du nach dem Subjekt, dann nach den Objekten und schließlich nach den adverbialen Bestimmungen. Im Zweifel prüfst du mit der Umstell-, Ersatz- und Frageprobe nach. So gehst du sicher und übersichtlich vor.

Welche Abkürzungen benutzt du beim Kennzeichnen?

Für das Subjekt schreibst du S, für das Prädikat P. Die Objekte kürzt du mit GO (Genitiv), DO (Dativ) und AO (Akkusativ) ab. Die adverbialen Bestimmungen kennzeichnest du mit adv. O (Ort), adv. Z (Zeit), adv. A (Art und Weise) und adv. G (Grund). Die Abkürzung schreibst du immer über das ganze Satzglied.

Warum bleibt die gebeugte Verbform bei der Umstellprobe an zweiter Stelle?

Im deutschen Aussagesatz steht die gebeugte Verbform immer an der zweiten Position, egal welches Satzglied vorne steht. Deshalb ist die gebeugte Verbform der feste Dreh- und Angelpunkt, um den sich die anderen Satzglieder umstellen lassen. Das hilft dir, das Prädikat schnell zu erkennen – ein weiterer Prädikatteil („auf“, „vor“) steht dann meist am Satzende. Zum Beispiel: „Im Garten bellt der Hund.“ – „bellt“ bleibt an zweiter Stelle.