Deutsch · Klasse 7 · 8 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen
Balladen sind besondere Gedichte, die eine spannende Geschichte erzählen und dabei Merkmale von Epik, Lyrik und Dramatik vereinen. In diesem Material lernst du, wie eine Ballade aufgebaut ist, wie du Reim und Metrum bestimmst, sprachliche Mittel erkennst und eine Ballade sinnvoll in eine andere Textform umschreibst. Nach dem Durcharbeiten kannst du bekannte Balladen wie den Erlkönig oder John Maynard sicher analysieren und selbst über sie schreiben.
Eine Ballade wird oft als „Königin der Gedichte“ bezeichnet, weil sie die drei großen literarischen Gattungen in sich vereint. Sie erzählt eine Geschichte (Epik), ist aber in Versen und Strophen mit Reim und Rhythmus geschrieben (Lyrik) und lebt von Spannung, Konflikten und wörtlicher Rede (Dramatik). Genau diese Mischung macht die Ballade so lebendig und mitreißend.
| Gattung | Merkmal in der Ballade | Beispiel |
|---|---|---|
| Epik (erzählend) | Es wird eine Geschichte mit Handlung erzählt, es gibt einen Erzähler | „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ |
| Lyrik (gefühlvoll) | Verse, Strophen, Reim, Metrum, sprachliche Bilder | Kreuzreim, Metaphern, Stimmung |
| Dramatik (spannend) | Konflikt, Spannungsbogen, wörtliche Rede der Figuren | Dialog zwischen Vater und Sohn |
Eine Ballade ist in Strophen gegliedert, die jeweils aus mehreren Versen (Zeilen) bestehen. Wie eine spannende Geschichte folgt sie einem Spannungsbogen: Die Handlung beginnt ruhig, steigert sich, erreicht einen Höhepunkt und läuft dann auf ein Ende zu. Diesen Aufbau erkennst du, wenn du beim Lesen auf die Zunahme der Spannung achtest.
| Fachbegriff | Bedeutung |
|---|---|
| Vers | eine einzelne Zeile eines Gedichts |
| Strophe | ein Block aus mehreren Versen, durch eine Leerzeile abgetrennt |
| Einleitung | Ausgangssituation, Figuren und Ort werden vorgestellt |
| Steigerung | die Spannung wächst, der Konflikt spitzt sich zu |
| Höhepunkt | spannendster Moment, die Entscheidung fällt |
| Schluss | Ausgang der Handlung, oft tragisches Ende |
Der Spannungsbogen einer Ballade lässt sich so darstellen:
Das Reimschema beschreibt, welche Versenden sich reimen. Du kennzeichnest die Reime mit Buchstaben (a, b, c …): Verse mit gleichem Buchstaben reimen sich. Das Metrum ist der regelmäßige Wechsel von betonten und unbetonten Silben, also der „Takt“ eines Gedichts. Beides bestimmst du, indem du genau auf die letzten Wörter und auf die Betonung der Silben hörst.
| Reimschema | Muster | Beispiel-Erklärung |
|---|---|---|
| Paarreim | a a b b | Zwei aufeinanderfolgende Verse reimen sich |
| Kreuzreim | a b a b | Jeder zweite Vers reimt sich (über Kreuz) |
| Umarmender Reim | a b b a | Der erste und letzte Vers umschließen ein Reimpaar |
| Versmaß | Betonung | Merkhilfe |
|---|---|---|
| Jambus | unbetont – betont (da-DUM) | „Ge-sang“, steigend |
| Trochäus | betont – unbetont (DUM-da) | „Va-ter“, fallend |
| Daktylus | betont – unbetont – unbetont (DUM-da-da) | „Wan-de-rer“ |
So bestimmst du das Metrum Schritt für Schritt:
Weil die Ballade auch erzählt, gibt es einen Erzähler, der die Geschichte berichtet und die Handlung vorantreibt. Zusätzlich treten Figuren auf, die handeln und sprechen. Die wörtliche Rede (direkte Rede) macht die Ballade dramatisch, weil die Figuren wie auf einer Bühne selbst zu Wort kommen.
| Element | Aufgabe | Erkennungszeichen |
|---|---|---|
| Erzähler | berichtet die Handlung, verbindet die Szenen | erzählende Verse ohne Anführungszeichen |
| Figuren | handeln und sprechen, tragen den Konflikt | Vater, Sohn, Erlkönig, John Maynard |
| Wörtliche Rede | Figuren sprechen direkt, erhöht die Spannung | Anführungszeichen, Ausrufe, Fragen |
Sprachliche Mittel (auch Stilmittel oder rhetorische Mittel) sind besondere Formulierungen, mit denen der Dichter Stimmung erzeugt, Spannung steigert und Bilder im Kopf des Lesers entstehen lässt. Wichtig ist, dass du sie nicht nur benennst, sondern auch ihre Wirkung erklärst.
| Sprachliches Mittel | Erklärung | Beispiel | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Wiederholung | Wörter oder Sätze werden mehrfach genannt | „Mein Vater, mein Vater“ | verstärkt Angst und Dringlichkeit |
| Metapher | bildlicher Ausdruck, nicht wörtlich gemeint | „ein Meer aus Flammen“ | erzeugt ein starkes inneres Bild |
| Personifikation | Dingen/Natur werden menschliche Eigenschaften gegeben | „der Wind flüstert“ | belebt die Natur, schafft Stimmung |
| Vergleich | zwei Dinge ausdrücklich gegenübergestellt, meist mit „wie“ oder „als“ | „schnell wie der Blitz“, „kälter als Eis“ | veranschaulicht, macht anschaulich |
Eine Inhaltsangabe fasst die Handlung einer Ballade knapp, sachlich und in eigenen Worten zusammen. Sie wird im Präsens (Gegenwart) geschrieben und verzichtet auf wörtliche Rede und Zitate. Ziel ist, dass jemand, der die Ballade nicht kennt, versteht, worum es geht.
So schreibst du eine gute Inhaltsangabe:
| Das gehört in die Inhaltsangabe | Das gehört NICHT hinein |
|---|---|
| Titel, Autor, Textsorte | wörtliche Rede und Zitate |
| Haupthandlung in richtiger Reihenfolge | unwichtige Einzelheiten |
| Präsens, sachliche Sprache | eigene Meinung und Gefühle |
| eigene Worte | Nacherzählung Vers für Vers |
In diesem Abschnitt lernst du vier berühmte Balladen kennen, die du für die Arbeit sicher zuordnen können musst. Präge dir Autor, Kernhandlung und Höhepunkt jeder Ballade ein.
| Ballade | Autor | Kerninhalt | Thema |
|---|---|---|---|
| Der Erlkönig | J. W. von Goethe | Ein Vater reitet mit seinem kranken Sohn durch die Nacht; der Junge sieht den Erlkönig und stirbt am Ende. | Tod, Fieberfantasie, Naturgewalt |
| Der Zauberlehrling | J. W. von Goethe | Ein Lehrling verzaubert einen Besen, kann den Zauber aber nicht stoppen; erst der Meister rettet ihn. | Übermut, Kontrollverlust |
| John Maynard | Theodor Fontane | Der Steuermann John Maynard hält ein brennendes Schiff auf Kurs und rettet alle, stirbt aber selbst. | Heldenmut, Opferbereitschaft |
| Die Brück' am Tay | Theodor Fontane | Eine Eisenbahnbrücke stürzt im Sturm ein, ein Zug verunglückt; die Naturgewalt siegt über die Technik. | Naturgewalt, Hochmut des Menschen |
Eine Ballade lässt sich in andere Textsorten umschreiben (umgestalten). Dabei bleibt der Inhalt gleich, aber Form und Sprache ändern sich je nach Textsorte. Du musst dich beim Umschreiben genau an die Regeln der neuen Textsorte halten.
| Textsorte | Zeitform | Sprache | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Erzählung | Präteritum | anschaulich, spannend | Gefühle und Beschreibungen erlaubt |
| Zeitungsbericht | Präteritum | sachlich, knapp | W-Fragen, Überschrift, keine Meinung |
| Interview | Präsens/Perfekt | wörtliche Rede | Frage-Antwort-Form, Redepartner |
Der Weg von der Ballade zur neuen Textsorte:
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Ballade | Gedicht, das eine spannende Geschichte erzählt und Epik, Lyrik und Dramatik vereint |
| Dramatik | Gattung des Theaters; in der Ballade durch Konflikt, Spannung und wörtliche Rede vertreten |
| Epik | erzählende Gattung; in der Ballade durch den Erzähler und die Handlung vertreten |
| Erzähler | Stimme, die die Handlung berichtet und die Szenen verbindet |
| Höhepunkt | spannendster Moment der Handlung, auf den der Spannungsbogen zuläuft |
| Inhaltsangabe | sachliche Zusammenfassung der Handlung im Präsens, in eigenen Worten |
| Jambus | Versmaß aus unbetonter und betonter Silbe (da-DUM), klingt steigend |
| Kreuzreim | Reimschema a b a b, jeder zweite Vers reimt sich |
| Lyrik | gefühlbetonte Gattung; in der Ballade durch Verse, Strophen, Reim und Metrum vertreten |
| Metapher | bildlicher Ausdruck ohne „wie“, der nicht wörtlich gemeint ist |
| Metrum | regelmäßiger Wechsel betonter und unbetonter Silben (Versmaß) |
| Paarreim | Reimschema a a b b, zwei aufeinanderfolgende Verse reimen sich |
| Personifikation | Übertragung menschlicher Eigenschaften auf Dinge oder Natur |
| Reimschema | Muster der Reime, mit Buchstaben a, b, c gekennzeichnet |
| Spannungsbogen | Verlauf der Spannung von Einleitung über Steigerung und Höhepunkt zum Schluss |
| Strophe | Block aus mehreren Versen, durch eine Leerzeile getrennt |
| Trochäus | Versmaß aus betonter und unbetonter Silbe (DUM-da), klingt fallend |
| Vergleich | Gegenüberstellung zweier Dinge, meist mit „wie“ oder „als“ |
| Vers | einzelne Zeile eines Gedichts |
| Wörtliche Rede | direkte Rede einer Figur, erkennbar an Anführungszeichen |
Eine Ballade ist ein Gedicht, das eine spannende Geschichte erzählt und dabei die drei Gattungen Epik, Lyrik und Dramatik in sich vereint. Sie ist erzählend wie eine Erzählung, lyrisch wie ein Gedicht und dramatisch wie ein Theaterstück. Deshalb nennt man sie auch die „Königin der Gedichte“. Ein bekanntes Beispiel ist Goethes Erlkönig.
Eine Ballade vereint Epik, Lyrik und Dramatik. Die Epik zeigt sich darin, dass ein Erzähler eine Handlung berichtet. Die Lyrik erkennt man an Versen, Strophen, Reim und Metrum. Die Dramatik entsteht durch Konflikt, Spannungsbogen und wörtliche Rede der Figuren.
Eine Ballade ist in Strophen gegliedert, die aus mehreren Versen bestehen, und folgt einem Spannungsbogen. Zuerst wird in der Einleitung die Ausgangslage vorgestellt, dann steigt die Spannung in der Steigerung an. Danach folgt der Höhepunkt als dramatischster Moment, bevor der Schluss die Handlung auflöst. Dieser Ausgang ist bei Balladen oft tragisch.
Beim Reimschema kennzeichne ich die Versenden mit Buchstaben, wobei sich reimende Verse denselben Buchstaben erhalten. Reimen sich zwei aufeinanderfolgende Verse (a a b b), liegt ein Paarreim vor. Reimt sich jeder zweite Vers (a b a b), ist es ein Kreuzreim. Umschließt ein Reimpaar ein anderes (a b b a), spricht man vom umarmenden Reim.
Jambus und Trochäus sind Versmaße, die sich in der Betonung unterscheiden. Der Jambus besteht aus einer unbetonten und einer betonten Silbe (da-DUM) und klingt steigend. Der Trochäus besteht aus einer betonten und einer unbetonten Silbe (DUM-da) und klingt fallend. Man erkennt sie, indem man den Vers laut und deutlich ausspricht und die betonten Silben markiert.
Die wörtliche Rede lässt die Figuren selbst zu Wort kommen und macht die Ballade dadurch besonders dramatisch. Durch den Wechsel der Sprecher entsteht ein Dialog wie im Theater, der die Szene lebendig wirken lässt. Im Erlkönig sprechen zum Beispiel Erzähler, Vater, Kind und Erlkönig abwechselnd. So steigt die Spannung, und der Leser fühlt mit den Figuren mit.
Ein Vergleich stellt zwei Dinge ausdrücklich gegenüber, meist mit „wie“ oder „als“, zum Beispiel „schnell wie der Blitz“ oder „kälter als Eis“. Eine Metapher setzt das Bild dagegen direkt ein, ohne Gegenüberstellung, zum Beispiel „ein Meer aus Flammen“. Beide sollen anschauliche Bilder im Kopf des Lesers erzeugen.
Eine gute Inhaltsangabe beginnt mit einem Einleitungssatz, der Titel, Autor, Textsorte und Kernthema nennt. Danach fasse ich die Handlung in der richtigen Reihenfolge und in eigenen Worten zusammen. Ich schreibe immer im Präsens und bleibe sachlich, ohne wörtliche Rede, Zitate oder meine eigene Meinung. So versteht auch jemand, der die Ballade nicht kennt, worum es geht.
Für die Arbeit muss ich vier Balladen zuordnen können. Der Erlkönig und Der Zauberlehrling stammen von Johann Wolfgang von Goethe. John Maynard und Die Brück' am Tay stammen von Theodor Fontane. Der Erlkönig handelt vom Tod eines Kindes, John Maynard vom Heldenmut eines Steuermanns.
Ein Zeitungsbericht ist sachlich und knapp und beantwortet die W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Er hat eine Überschrift, steht im Präteritum und enthält keine Gefühle oder eigene Meinung. Der Inhalt der Ballade bleibt gleich, aber die Form wird nüchtern und informierend. So unterscheidet sich der Bericht deutlich von einer spannend erzählten Geschichte.
Der Höhepunkt ist der spannendste Moment der Ballade, auf den der gesamte Spannungsbogen zuläuft. Hier fällt die entscheidende Handlung oder Wendung, zum Beispiel der Tod des Kindes im Erlkönig. Nach dem Höhepunkt folgt der Schluss, der die Geschichte auflöst und oft tragisch endet.