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Rationale Zahlen – Lernzettel

Mathe · Klasse 7 · 7 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen

Rationale Zahlen sind alle Zahlen, die du als Bruch schreiben kannst — mit Vorzeichen, also positiv oder negativ. In diesem Material lernst du, wie du sie auf der Zahlengeraden ordnest, ihren Betrag und ihre Gegenzahl bestimmst, mit ihnen rechnest und Sachaufgaben zu Temperatur, Kontostand und Höhen löst. Nach dem Durcharbeiten beherrschst du die Vorzeichenregeln sicher und weißt, wie du dir mit Rechengesetzen Arbeit sparst.

1. Positive und negative Zahlen auf der Zahlengeraden anordnen und vergleichen

Die Zahlengerade ist ein Zahlenstrahl, der in beide Richtungen weitergeht. Rechts von der Null stehen die positiven Zahlen, links davon die negativen Zahlen. Je weiter rechts eine Zahl liegt, desto größer ist sie — das gilt auch im negativen Bereich.

  • Die Zahl ist der Nullpunkt und trennt die positiven von den negativen Zahlen; sie selbst ist weder positiv noch negativ.
  • Jede positive Zahl ist größer als jede negative Zahl, denn sie liegt immer weiter rechts.
  • Bei zwei negativen Zahlen ist die betragsmäßig kleinere die größere Zahl, weil sie näher an der Null liegt.
  • Das Zeichen bedeutet „kleiner als“, das Zeichen bedeutet „größer als“.

Vergleich der beiden Zahlenbereiche:

Merkmal Positive Zahlen Negative Zahlen
Lage auf der Zahlengeraden rechts von 0 links von 0
Vorzeichen (oft weggelassen) (immer nötig)
Größer wird es … nach rechts nach rechts (Richtung 0)
Beispiele

2. Betrag und Gegenzahl einer rationalen Zahl angeben

Der Betrag einer Zahl gibt ihren Abstand zur Null auf der Zahlengeraden an. Weil ein Abstand nie negativ sein kann, ist der Betrag immer positiv oder null. Man schreibt ihn mit senkrechten Strichen, zum Beispiel . Die Gegenzahl einer Zahl erhält man, indem man ihr Vorzeichen umdreht.

  • Der Betrag von und der Betrag von sind beide gleich , weil beide Zahlen den Abstand 5 zur Null haben.
  • Die Gegenzahl von ist wieder , denn die Null liegt genau auf dem Nullpunkt.
  • Eine Zahl und ihre Gegenzahl haben immer denselben Betrag.
  • Addierst du eine Zahl und ihre Gegenzahl, kommt stets heraus, zum Beispiel .
Zahl Betrag Gegenzahl

3. Rationale Zahlen addieren und subtrahieren (auch mit Klammern)

Beim Addieren und Subtrahieren rationaler Zahlen kommt es auf die Vorzeichen an. Am sichersten stellst du dir Bewegungen auf der Zahlengeraden vor: Wandle eine Subtraktion zuerst in die Addition der Gegenzahl um. Beim Addieren einer positiven Zahl gehst du nach rechts, beim Addieren einer negativen Zahl nach links. Zum Beispiel bedeutet : von aus neun Schritte nach links, du landest bei . Wichtig sind zwei Regeln zum Auflösen von Klammern.

So gehst du beim Addieren vor:

  1. Haben beide Zahlen dasselbe Vorzeichen, addiere die Beträge und behalte das gemeinsame Vorzeichen: .
  2. Haben beide Zahlen verschiedene Vorzeichen, subtrahiere den kleineren Betrag vom größeren; das Ergebnis bekommt das Vorzeichen der Zahl mit dem größeren Betrag: .
  3. Bei einer Subtraktion wandelst du zuerst „minus“ in „plus die Gegenzahl“ um: .
Rechnung Umgeformt Ergebnis

4. Rationale Zahlen multiplizieren und dividieren (Vorzeichenregeln)

Beim Multiplizieren und Dividieren rechnest du zuerst mit den Beträgen (wie mit ganz normalen Zahlen) und bestimmst dann das Vorzeichen des Ergebnisses. Für das Vorzeichen gilt eine einfache Regel, die für Mal und Geteilt gleich ist.

  • Merke dir kurz: „plus mal plus = plus, minus mal minus = plus, gemischt = minus“.
  • Dieselbe Regel gilt beim Teilen: und .
  • Bei mehreren Faktoren zählst du die Minuszeichen: Eine gerade Anzahl Minuszeichen ergibt ein positives, eine ungerade Anzahl ein negatives Ergebnis.
  • Multiplizierst du eine Zahl mit , ist das Ergebnis immer .
Rechnung Vorzeichen Ergebnis
gleich →
gleich →
verschieden →
verschieden →
gleich →

Diagramm

5. Brüche und Dezimalzahlen mit Vorzeichen rechnen

Die Vorzeichenregeln aus den Abschnitten 3 und 4 gelten genauso für Brüche und Dezimalzahlen. Du musst nur zusätzlich die üblichen Bruch- und Kommaregeln beachten: Beim Addieren und Subtrahieren von Brüchen brauchst du einen gemeinsamen Nenner, beim Multiplizieren rechnest du Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner.

Brüche addieren/subtrahieren mit Vorzeichen:

  1. Bringe beide Brüche auf den gemeinsamen Nenner.
  2. Beachte die Rechenzeichen und addiere die vorzeichenbehafteten Zähler nach den Regeln aus Kapitel 3.
  3. Rechne die Zähler zusammen und kürze am Ende, wenn möglich.
Rechnung Ergebnis

6. Klammern auflösen und Rechengesetze für Rechenvorteile nutzen

Mit den Rechengesetzen kannst du geschickt umsortieren und dir viel Arbeit sparen. Wichtig sind das Kommutativgesetz (Vertauschen), das Assoziativgesetz (Umklammern) und das Distributivgesetz (Ausmultiplizieren und Ausklammern). Sie gelten auch mit negativen Zahlen.

  • Suche beim Addieren gezielt Paare, die sich zu runden Zahlen ergänzen, und rechne sie zuerst zusammen.
  • Beim Distributivgesetz kannst du eine Zahl ausklammern, wenn sie in mehreren Summanden steckt: .
  • Ein Minus vor der Klammer dreht beim Auflösen jedes Vorzeichen in der Klammer um.
  • Geschicktes Umsortieren und Ausklammern sind Hilfen, keine Pflicht: Du darfst auch den üblichen Rechenweg wählen. Dabei gelten weiterhin Klammern zuerst und Punkt- vor Strichrechnung; gleichrangige Rechenarten rechnest du von links nach rechts.

7. Sachaufgaben mit Temperaturen, Kontostand und Höhenangaben

In Sachaufgaben stecken rationale Zahlen oft versteckt: Ein Minusbetrag auf dem Konto sind Schulden, eine Temperatur unter null ist negativ, eine Höhe unter dem Meeresspiegel bekommt ein Minuszeichen. Du übersetzt den Text in eine Rechnung, achtest auf die Vorzeichen und schreibst am Ende einen Antwortsatz.

Situation Positiv bedeutet … Negativ bedeutet …
Temperatur über 0 °C (warm) unter 0 °C (Frost)
Kontostand Guthaben Schulden / Minus
Höhe über dem Meeresspiegel unter dem Meeresspiegel

So löst du eine Sachaufgabe:

  1. Lies den Text und ordne jeder Angabe das richtige Vorzeichen zu.
  2. Schreibe die passende Rechnung auf (meist „Endwert Anfangswert“).
  3. Rechne mit den Vorzeichenregeln aus.
  4. Formuliere einen Antwortsatz mit Einheit.

Glossar

Begriff Definition
Assoziativgesetz Rechengesetz, das erlaubt, Summanden (oder Faktoren) beliebig umzuklammern: .
Betrag Abstand einer Zahl zur Null auf der Zahlengeraden; immer positiv oder null, geschrieben mit .
Dezimalzahl Zahl mit Komma, z. B. ; kann positiv oder negativ sein.
Distributivgesetz Rechengesetz zum Aus- und Einklammern: .
Gegenzahl Zahl mit umgekehrtem Vorzeichen; die Gegenzahl von ist .
Kommutativgesetz Rechengesetz, das erlaubt, Summanden (oder Faktoren) zu vertauschen: .
Nenner Untere Zahl eines Bruchs; gibt an, in wie viele Teile das Ganze geteilt ist.
Negative Zahl Zahl kleiner als null, links vom Nullpunkt der Zahlengeraden.
Positive Zahl Zahl größer als null, rechts vom Nullpunkt der Zahlengeraden.
Rationale Zahl Zahl, die sich als Bruch aus ganzen Zahlen schreiben lässt, mit Vorzeichen.
Vorzeichen Das oder vor einer Zahl, das angibt, ob sie positiv oder negativ ist.
Vorzeichenregel Regel für Mal und Geteilt: gleiche Vorzeichen ergeben Plus, verschiedene Minus.
Zahlengerade Gerade mit Nullpunkt, auf der alle rationalen Zahlen der Größe nach angeordnet sind.

FAQ — typische Prüfungsfragen

Welche Zahl ist größer: oder ?

ist größer als . Auf der Zahlengeraden liegt weiter rechts als , und weiter rechts bedeutet immer größer. Zwar ist die Zahl 8 größer als 3, doch bei negativen Zahlen dreht sich die Reihenfolge um: Je näher eine negative Zahl an der Null liegt, desto größer ist sie. Man schreibt also .

Was ist der Unterschied zwischen Betrag und Gegenzahl?

Der Betrag gibt den Abstand einer Zahl zur Null an und ist immer positiv oder null, zum Beispiel . Die Gegenzahl entsteht dagegen, indem man nur das Vorzeichen umdreht, also ist die Gegenzahl von gleich und die Gegenzahl von gleich . Der Betrag macht also immer positiv, während die Gegenzahl die Zahl an der Null spiegelt. Beide haben aber denselben Zahlenwert ohne Vorzeichen.

Wie löst man eine Klammer mit einem Minus davor auf?

Steht vor einer Klammer ein Minus, dreht sich beim Auflösen jedes Vorzeichen in der Klammer um. Aus einem Plus wird ein Minus und aus einem Minus ein Plus. Zum Beispiel gilt . Der Grund ist, dass das Minus wie eine Multiplikation mit auf alle Summanden wirkt.

Was ergibt „minus mal minus“?

Minus mal minus ergibt plus. Nach der Vorzeichenregel ergeben gleiche Vorzeichen immer ein positives Ergebnis, also ist zum Beispiel . Diese Regel gilt genauso beim Dividieren: . Nur bei verschiedenen Vorzeichen wird das Ergebnis negativ.

Wie bestimmt man das Vorzeichen bei mehreren Faktoren?

Man zählt die Anzahl der Minuszeichen. Ist die Anzahl gerade, ist das Ergebnis positiv; ist sie ungerade, ist das Ergebnis negativ. Zum Beispiel hat drei Minuszeichen, also ist das Ergebnis (negativ). Danach multipliziert man einfach die Beträge miteinander.

Wie addiert man zwei Zahlen mit verschiedenen Vorzeichen?

Man subtrahiert den kleineren Betrag vom größeren und gibt dem Ergebnis das Vorzeichen der Zahl mit dem größeren Betrag. Bei ist der größere Betrag 8 (von ), also ist das Ergebnis negativ: . So verrechnet man das „Nach-rechts-Gehen“ mit dem „Nach-links-Gehen“ auf der Zahlengeraden.

Wie berechnet man einen Temperaturunterschied?

Eine Änderung rechnet man als „Endwert minus Anfangswert“. Steigt die Temperatur von auf , rechnet man , also 10 °C Anstieg. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass es wärmer geworden ist, ein negatives, dass es kälter geworden ist. Zum Schluss gehört immer ein Antwortsatz mit der Einheit dazu.

Was bedeutet ein negativer Kontostand?

Ein negativer Kontostand bedeutet Schulden, also dass man mehr Geld ausgegeben hat, als vorhanden war. Steht auf dem Konto € und kommen € dazu, rechnet man , also ein Guthaben von 80 €. Solange das Ergebnis negativ bleibt, ist das Konto im Minus.

Wie kann man mit Rechengesetzen Zeit sparen?

Man sortiert die Zahlen mit dem Kommutativgesetz so um, dass zuerst Paare mit runden Ergebnissen entstehen. Bei fasst man und zu zusammen und rechnet dann . Auch das Distributivgesetz spart Arbeit, indem man einen gemeinsamen Faktor ausklammert. Diese Umformungen sind erlaubte Hilfen, aber keine Pflicht.

Wie multipliziert man Brüche mit Vorzeichen?

Zuerst bestimmt man das Vorzeichen des Ergebnisses mit der Vorzeichenregel, dann multipliziert man Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner. Bei ergeben verschiedene Vorzeichen ein Minus, und , also insgesamt . Am Ende kürzt man das Ergebnis, wenn möglich.