Zur Themenseite
Teach.AIwww.teach-ai.app/de/lernen

Optik: Licht und Schatten – Lernzettel

Physik · Klasse 7 · 7 Kapitel · Glossar · Prüfungsfragen

Dieses Material bringt dir die Grundlagen der Optik bei: Wie sich Licht ausbreitet, wie Schatten entstehen und warum es Sonnen- und Mondfinsternisse gibt. Nach dem Durcharbeiten kannst du Schatten konstruieren, Finsternisse und Mondphasen erklären und weißt genau, wie in einer Lochkamera ein Bild entsteht.

1. Lichtquellen und beleuchtete Körper unterscheiden

Damit wir etwas sehen können, muss Licht in unser Auge gelangen. Dabei unterscheiden wir zwei Arten von Körpern: solche, die selbst Licht aussenden, und solche, die Licht nur zurückwerfen. Diese Unterscheidung ist die Grundlage für alles Weitere in der Optik.

  • Eine Lichtquelle (auch selbstleuchtender Körper genannt) erzeugt selbst Licht und sendet es aus, zum Beispiel die Sonne, eine Lampe oder eine brennende Kerze.
  • Ein beleuchteter Körper (auch angestrahlter oder nicht selbstleuchtender Körper) leuchtet nicht selbst, sondern wirft nur das Licht zurück, das auf ihn fällt, zum Beispiel der Mond, eine Wand oder ein Buch.
  • Wir sehen einen beleuchteten Körper nur, weil er von einer Lichtquelle angestrahlt wird und einen Teil dieses Lichtes in unser Auge zurückwirft.
  • Im Dunkeln, ohne jede Lichtquelle, können wir gar nichts sehen — auch keine beleuchteten Körper.
Merkmal Lichtquelle Beleuchteter Körper
Erzeugt selbst Licht? Ja Nein
Sendet Licht aus? Ja, eigenes Licht Nur zurückgeworfenes Licht
Sichtbar im Dunkeln? Ja Nein
Beispiele Sonne, Lampe, Kerze, Blitz Mond, Wand, Buch, Baum

2. Geradlinige Ausbreitung des Lichts: Lichtstrahl und Lichtbündel als Modell

Licht breitet sich in einem gleichmäßigen (durchsichtigen) Stoff wie Luft immer geradlinig aus, also in geraden Linien. Diese Eigenschaft ist der Grund, warum überhaupt scharfe Schatten entstehen. Um Licht zu zeichnen, benutzen wir ein einfaches Modell.

  • Der Lichtstrahl ist ein gedachtes Modell: eine dünne, gerade Linie mit einem Pfeil, die die Richtung des Lichtes zeigt. In Wirklichkeit gibt es keinen einzelnen Lichtstrahl — er ist ein Hilfsmittel zum Zeichnen.
  • Ein Lichtbündel ist eine Zusammenfassung vieler Lichtstrahlen. Man unterscheidet je nach Form verschiedene Bündel.
  • Dass Licht geradlinig läuft, erkennst du daran, dass du um eine Ecke nicht sehen kannst und dass Sonnenstrahlen durch Wolkenlücken als gerade Streifen sichtbar werden.
Art des Lichtbündels Beschreibung Beispiel
Paralleles Bündel Strahlen laufen parallel nebeneinander Sonnenlicht (Sonne ist sehr weit weg)
Divergentes Bündel Strahlen laufen auseinander Kerze, kleine Lampe
Konvergentes Bündel Strahlen laufen zusammen Licht hinter einer Sammellinse

3. Kernschatten und Halbschatten bei einer und bei zwei Lichtquellen zeichnen

Weil Licht geradlinig läuft, entsteht hinter einem undurchsichtigen Körper ein Schatten. Wie dieser Schatten aussieht, hängt von der Größe der Lichtquelle ab. Bei der Schattenkonstruktion zeichnest du gerade Linien (Lichtstrahlen) von den Rändern der Lichtquelle an den Rändern des Körpers vorbei zum Schirm.

So konstruierst du einen Schatten (Schritt für Schritt):

  1. Zeichne die Lichtquelle, den undurchsichtigen Körper und den Schirm ein.
  2. Ziehe gerade Linien vom Rand der Lichtquelle an den Rändern des Körpers vorbei.
  3. Der Bereich hinter dem Körper, in den gar kein Licht kommt, ist der Kernschatten.
  4. Der Bereich, in den nur ein Teil des Lichtes kommt, ist der Halbschatten.
Begriff Wie viel Licht kommt an? Wann entsteht er?
Kernschatten Gar kein Licht Dort, wo der Körper das Licht aller betrachteten Lichtquellen abschirmt (ganz dunkel)
Halbschatten Nur ein Teil des Lichtes Nur bei ausgedehnten oder mehreren Lichtquellen (grau)
  • Bei einer punktförmigen Lichtquelle (sehr klein) entsteht nur ein Kernschatten mit scharfem Rand — kein Halbschatten.
  • Bei einer ausgedehnten Lichtquelle (großflächig) entsteht ein Kernschatten und darum herum ein Halbschatten, der nach außen heller wird.
  • Bei zwei Lichtquellen wirft jede Lampe ihren eigenen Schatten. Wenn sich die beiden Schatten auf dem Schirm überlappen, entsteht dort ein Kernschatten: Von keiner Lampe kommt Licht an. In den übrigen Schattenbereichen kommt Licht von einer Lampe an — das ist Halbschatten (grau).
Schatten bei einer punktförmigen Lichtquelle Eine punktförmige Lampe beleuchtet eine kleine Platte. Auf dem Schirm dahinter entsteht ein einziger, scharf begrenzter dunkler Schatten ohne Halbschatten; darüber und darunter ist der Schirm hell. Randstrahlen 1 BeleuchteterBereich 2 Kernschatten 3 Schirm 4 Gegenstand 5 Lichtquelle 6
Punktförmige Lichtquelle: Hinter dem Gegenstand liegt nur ein Kernschatten mit scharfem Rand.
Kern- und Halbschatten bei einer ausgedehnten Lichtquelle Eine senkrechte Leuchtröhre beleuchtet eine Platte. Auf dem Schirm dahinter liegt in der Mitte der dunkle Kernschatten, darüber und darunter der nach außen hellere Halbschatten. Lichtquelle 1 Gegenstand 2 Schirm 3 Halbschatten 4 Kernschatten 5 Randstrahlen 6
Ausgedehnte Lichtquelle: Um den Kernschatten liegt ein Halbschatten, der nach außen immer heller wird.
Kernschatten und Halbschatten bei zwei Lichtquellen Seitenansicht: Zwei punktförmige Lampen links beleuchten eine dünne, undurchsichtige Platte, hinter der ein Schirm steht. Auf dem Schirm liegt in der Mitte der dunkle Kernschatten, darüber und darunter je ein hellerer Halbschatten. Lampe 1 1 Gegenstand 2 Schirm 3 Halbschatten 4 Kernschatten 5 Randstrahlen 6 Lampe 2 7
Zwei Lampen: In der Mitte der Kernschatten, darüber und darunter je ein Halbschatten. Den oberen Halbschatten erreicht nur Licht von Lampe 1, den unteren nur Licht von Lampe 2.

4. Schattengröße: was passiert, wenn Lichtquelle, Körper oder Schirm verschoben werden

Die Größe des Schattens ist nicht festgelegt — sie ändert sich, sobald du die Lichtquelle, den Körper oder den Schirm verschiebst. Weil das Licht geradlinig verläuft, kannst du dir jede Veränderung durch die geraden Randstrahlen erklären. Merke dir die drei Grundfälle.

Was wird verschoben? Bewegung Wirkung auf den Schatten
Körper näher zur Lichtquelle Richtung Lampe Schatten wird größer
Körper näher zum Schirm Richtung Wand Schatten wird kleiner
Lichtquelle näher zum Körper Richtung Körper Schatten wird größer
Schirm weiter weg vom Körper von Körper weg Schatten wird größer
  • Je näher der Körper an der Lichtquelle steht, desto größer wird sein Schatten, weil die Randstrahlen dann stärker auseinanderlaufen.
  • Je weiter weg der Schirm vom Körper ist, desto größer wird der Schatten, denn die Randstrahlen haben mehr Platz auseinanderzulaufen.
  • Bei einer punktförmigen Lichtquelle bleibt der Rand des Schattens immer scharf; nur die Größe ändert sich.
Schatten bei einer punktförmigen Lichtquelle Eine punktförmige Lampe beleuchtet eine kleine Platte. Auf dem Schirm dahinter entsteht ein einziger, scharf begrenzter dunkler Schatten ohne Halbschatten; darüber und darunter ist der Schirm hell. Randstrahlen 1 BeleuchteterBereich 2 Kernschatten 3 Schirm 4 Gegenstand 5 Lichtquelle 6
Die Randstrahlen von der Lampe über die Kanten des Gegenstands legen fest, wie groß der Schatten auf dem Schirm wird. Rückt der Gegenstand näher an die Lampe, laufen sie steiler auseinander.

5. Sonnenfinsternis und Mondfinsternis mit Kern- und Halbschatten erklären

Finsternisse sind riesige Schattenspiele im Weltall. Sonne, Erde und Mond stehen dabei in einer Linie, und der Schatten des einen Körpers fällt auf den anderen. Mit Kern- und Halbschatten kannst du genau erklären, wer was sieht.

Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen Sonne und Erde. Der Mond wirft seinen Schatten auf die Erde. Wo der Kernschatten des Mondes auftrifft, herrscht totale Sonnenfinsternis — die Sonne ist ganz verdeckt. Im Halbschatten sieht man eine teilweise (partielle) Sonnenfinsternis. Eine Sonnenfinsternis ist nur bei Neumond möglich.

Mondfinsternis: Die Erde steht zwischen Sonne und Mond. Jetzt fällt der Schatten der Erde auf den Mond. Wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde, wird er dunkel — es ist Mondfinsternis. Eine Mondfinsternis ist nur bei Vollmond möglich.

Sonnenfinsternis Sonne, Mond und Erde stehen von links nach rechts in einer Linie (Neumond). Der Mond wirft einen spitz zulaufenden Kernschatten, der die Erde als kleiner Fleck erreicht (totale Finsternis), und einen sich öffnenden Halbschatten (partielle Finsternis). nicht maßstabsgetreu Sonne 1 Mond 2 PartielleSonnenfinsternis 3 Halbschatten 4 Erde 5 TotaleSonnenfinsternis 6 Kernschatten 7
Sonnenfinsternis: Der Mond steht zwischen Sonne und Erde. Wo sein Kernschatten die Erde trifft, ist die Finsternis total, im Halbschatten partiell.
Mondfinsternis Sonne, Erde und Mond stehen in einer Linie (Vollmond-Stellung). Der Mond liegt im Kernschatten der Erde und erscheint dunkel rötlich, rundherum zeigt sich der Halbschatten. nicht maßstabsgetreu Sonne 1 Halbschatten 2 Mond 3 Kernschatten 4 Erde 5
Mondfinsternis: Die Erde steht zwischen Sonne und Mond. Der Mond wandert durch den Kernschatten der Erde und leuchtet nur noch schwach rötlich.
Merkmal Sonnenfinsternis Mondfinsternis
Reihenfolge Sonne – Mond – Erde Sonne – Erde – Mond
In der Mitte steht der Mond die Erde
Wessen Schatten? Schatten des Mondes fällt auf die Erde Schatten der Erde fällt auf den Mond
Mondphase Neumond Vollmond
Wer sieht sie? nur wenige Orte auf der Erde alle, die den Mond sehen

6. Die Mondphasen: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond

Der Mond leuchtet nicht selbst — die Sonne beleuchtet immer genau eine Hälfte von ihm. Je nachdem, wie Mond, Erde und Sonne zueinander stehen, sehen wir von der Erde aus einen anderen Teil der beleuchteten Hälfte. So entstehen die Mondphasen. Ein voller Zyklus dauert etwa vier Wochen (rund 29,5 Tage).

  • Bei Neumond steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Die beleuchtete Seite zeigt von uns weg — wir sehen den Mond fast nicht.
  • Beim zunehmenden Mond wird die sichtbare Fläche größer; auf der Nordhalbkugel leuchtet die rechte Seite.
  • Bei Vollmond steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Wir sehen die ganze beleuchtete Seite als runde Scheibe.
  • Beim abnehmenden Mond wird die sichtbare Fläche kleiner; jetzt leuchtet die linke Seite.
Mondphase Stellung Was wir sehen Merkhilfe
Neumond Mond zwischen Sonne und Erde nichts / kaum etwas dunkel
Zunehmender Halbmond seitlich rechte Hälfte leuchtet rechts leuchtend = zunehmend
Vollmond Erde zwischen Sonne und Mond ganze Scheibe rund und hell
Abnehmender Halbmond seitlich (andere Seite) linke Hälfte leuchtet links leuchtend = abnehmend

Zwischen diesen vier Stellungen wächst oder schrumpft die helle Fläche nach und nach: Nach dem Neumond sieht man zuerst eine schmale Sichel, dann den Halbmond, dann eine fast volle Scheibe – den zunehmenden Mond – und schließlich den Vollmond. Danach läuft alles rückwärts, jetzt auf der linken Seite.

Die Mondphasen Draufsicht von Norden: Sonnenlicht kommt von links, die Erde steht in der Mitte, der Mond umkreist sie gegen den Uhrzeigersinn. Außen ist zu jeder der acht Mondstellungen gezeigt, wie der Mond von der Erde aus aussieht. Außen: so sieht man den Mond von der Nordhalbkugel Draufsicht von Norden – nicht maßstabsgetreu Abnehmende Sichel 1 Abnehmender Halbmond 2 Abnehmender Mond 3 Erde 4 Vollmond 5 Mondbahn 6 Zunehmender Mond 7 Zunehmender Halbmond 8 Zunehmende Sichel 9 Sonnenlicht 10 Neumond 11
Innen der Mond auf seiner Bahn – die Sonne beleuchtet immer seine linke Hälfte. Außen, wie wir ihn von der Erde aus sehen.

7. Die Lochkamera: wie das Bild entsteht, warum es auf dem Kopf steht, wovon Bildgröße und Helligkeit abhängen

Eine Lochkamera ist ein einfacher Kasten mit einem winzigen Loch auf der einen und einer durchscheinenden Mattscheibe (Schirm) auf der gegenüberliegenden Seite. Weil Licht geradlinig läuft, entsteht auf dem Schirm ein Bild — und zwar ein umgekehrtes (auf dem Kopf stehendes) Bild. Damit erklärt die Lochkamera anschaulich, warum auch in unserem Auge das Bild zunächst umgekehrt ankommt.

So entsteht das Bild (Schritt für Schritt):

  1. Von jedem Punkt des beleuchteten Gegenstandes geht Licht in alle Richtungen aus.
  2. Durch das kleine Loch kommt von jedem Punkt nur ein schmales Lichtbündel.
  3. Weil das Licht geradlinig läuft, treffen die Strahlen vom oberen Rand des Gegenstandes unten auf den Schirm und die vom unteren Rand oben.
  4. So entsteht ein umgekehrtes, seitenverkehrtes Bild auf dem Schirm.
Die Lochkamera Eine brennende Kerze steht links vor einem Kasten mit einem winzigen Loch in der Vorderwand. Die Lichtstrahlen kreuzen sich im Loch und erzeugen auf der Mattscheibe an der Rückwand ein kleineres, kopfstehendes Bild der Kerze, das ein Auge dahinter betrachtet. Auge Gegenstand (Kerze) 1 Loch 2 Kasten 3 Mattscheibe 4 Bild (umgekehrt) 5 Lichtstrahlen 6
Die Strahlen von der Flammenspitze und vom Kerzenfuß kreuzen sich im Loch – auf der Mattscheibe steht die Kerze auf dem Kopf.

Wovon Bildgröße und Helligkeit abhängen:

Was ändern? Bildgröße Bildhelligkeit Bildschärfe
Schirm weiter vom Loch weg größer dunkler wird unschärfer (die Lichtflecke werden breiter)
Gegenstand näher ans Loch größer heller —
Loch größer machen gleich heller unschärfer
Loch kleiner machen gleich dunkler schärfer
  • Die Bildgröße hängt vom Abstand ab: Je weiter der Schirm vom Loch entfernt ist, desto größer wird das Bild. Je näher der Gegenstand am Loch steht, desto größer wird das Bild ebenfalls.
  • Die Helligkeit hängt von der Größe des Lochs ab: Ein größeres Loch lässt mehr Licht durch, das Bild wird heller — aber auch unschärfer, weil sich die Lichtbündel überlappen.
  • Ein sehr kleines Loch gibt ein scharfes, aber dunkles Bild; ein größeres Loch ein helles, aber unscharfes Bild. Man muss also einen Kompromiss finden.

Glossar

Begriff Definition
Abnehmender Mond Mondphase nach Vollmond; die sichtbare beleuchtete Fläche wird kleiner (auf der Nordhalbkugel leuchtet links).
Beleuchteter Körper Körper, der nicht selbst leuchtet, sondern nur fremdes Licht zurückwirft (z. B. Mond, Wand, Buch).
Geradlinige Ausbreitung Eigenschaft des Lichts, sich in einem gleichmäßigen durchsichtigen Stoff in geraden Linien zu bewegen.
Halbschatten Bereich hinter einem Körper, in den nur ein Teil des Lichtes gelangt; er erscheint grau.
Kernschatten Bereich hinter einem Körper, in den gar kein Licht gelangt; er ist völlig dunkel.
Lichtbündel Zusammenfassung vieler Lichtstrahlen (parallel, divergent oder konvergent).
Lichtquelle Körper, der selbst Licht erzeugt und aussendet (z. B. Sonne, Lampe, Kerze).
Lichtstrahl Modell für die Richtung des Lichts: eine gerade Linie mit Richtungspfeil.
Lochkamera Kasten mit kleinem Loch, in dem auf einem Schirm ein umgekehrtes Bild entsteht.
Mondfinsternis Die Erde steht zwischen Sonne und Mond; der Erdschatten fällt auf den Mond (nur bei Vollmond).
Mondphase Wechselnde Form des sichtbaren Mondes je nach Stellung von Sonne, Erde und Mond.
Neumond Mondphase, bei der der Mond zwischen Sonne und Erde steht und für uns fast unsichtbar ist.
Sonnenfinsternis Der Mond steht zwischen Sonne und Erde; der Mondschatten fällt auf die Erde (nur bei Neumond).
Vollmond Mondphase, bei der die Erde zwischen Sonne und Mond steht und wir die ganze beleuchtete Scheibe sehen.
Zunehmender Mond Mondphase nach Neumond; die sichtbare beleuchtete Fläche wird größer (auf der Nordhalbkugel leuchtet rechts).

FAQ — typische Prüfungsfragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Lichtquelle und einem beleuchteten Körper?

Eine Lichtquelle erzeugt selbst Licht und sendet es aus, zum Beispiel die Sonne, eine Lampe oder eine Kerze. Ein beleuchteter Körper leuchtet dagegen nicht selbst, sondern wirft nur das Licht zurück, das von einer Lichtquelle auf ihn fällt, zum Beispiel der Mond, eine Wand oder ein Buch. Wir sehen beleuchtete Körper nur, weil sie fremdes Licht in unser Auge zurückwerfen. Im völlig Dunkeln, ohne jede Lichtquelle, können wir sie deshalb nicht sehen.

Warum ist der Mond keine Lichtquelle?

Der Mond ist keine Lichtquelle, weil er kein eigenes Licht erzeugt. Er wird von der Sonne angestrahlt und wirft dieses Sonnenlicht nur zurück. Deshalb ist der Mond ein beleuchteter Körper. Wenn die Sonne den Mond nicht anstrahlen würde, könnten wir ihn am Nachthimmel nicht sehen.

Wie kann man zeigen, dass sich Licht geradlinig ausbreitet?

Licht breitet sich in einem gleichmäßigen durchsichtigen Stoff immer geradlinig aus. Das kann man mit drei Pappwänden zeigen, die je ein Loch haben: Man sieht eine Lampe dahinter nur dann, wenn alle drei Löcher genau auf einer geraden Linie liegen. Verschiebt man eine Wand, wird es dunkel, weil das Licht keinen Bogen machen kann. Auch scharfe Schatten und die geraden Sonnenstrahlen durch Wolkenlücken beweisen die geradlinige Ausbreitung.

Was ist der Unterschied zwischen Kernschatten und Halbschatten?

Der Kernschatten ist der Bereich hinter einem Körper, in den gar kein Licht gelangt; er ist völlig dunkel. Der Halbschatten ist der Bereich, in den nur ein Teil des Lichtes gelangt; er erscheint grau und wird nach außen heller. Einen Halbschatten gibt es nur bei ausgedehnten oder bei mehreren Lichtquellen. Eine punktförmige Lichtquelle erzeugt dagegen nur einen scharf begrenzten Kernschatten.

Wie ändert sich der Schatten, wenn man den Körper zur Lichtquelle bewegt?

Wenn man den Körper näher an die Lichtquelle bewegt, wird sein Schatten größer. Das liegt daran, dass die Randstrahlen des Lichts vom Körper aus stärker auseinanderlaufen und so eine größere Fläche auf dem Schirm abdecken. Umgekehrt wird der Schatten kleiner, wenn man den Körper näher an den Schirm bringt. So kann man beim Schattentheater mit einer Hand ein riesiges oder ein winziges Schattenbild erzeugen.

Erkläre den Ablauf einer Sonnenfinsternis.

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde, sodass die Reihenfolge Sonne – Mond – Erde ist. Der Mond wirft seinen Schatten auf die Erde. Wo der Kernschatten des Mondes auftrifft, ist die Sonne ganz verdeckt, dort herrscht totale Sonnenfinsternis; im Halbschatten sieht man eine teilweise Sonnenfinsternis. Eine Sonnenfinsternis ist nur bei Neumond möglich und nur von wenigen Orten der Erde aus sichtbar.

Wann kommt es zu einer Mondfinsternis?

Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht, also in der Reihenfolge Sonne – Erde – Mond. Dann fällt der Schatten der Erde auf den Mond, und der Mond wird dunkel, sobald er durch den Kernschatten der Erde wandert. Eine Mondfinsternis tritt nur bei Vollmond auf. Sie ist von allen Orten der Erde aus sichtbar, an denen der Mond gerade am Himmel steht.

Wie entstehen die Mondphasen?

Die Mondphasen entstehen, weil die Sonne immer genau eine Hälfte des Mondes beleuchtet, wir aber je nach Stellung von Sonne, Erde und Mond einen anderen Teil dieser beleuchteten Hälfte sehen. Bei Neumond steht der Mond zwischen Sonne und Erde, und die beleuchtete Seite zeigt von uns weg. Bei Vollmond steht die Erde zwischen Sonne und Mond, und wir sehen die ganze beleuchtete Scheibe. Dazwischen sehen wir eine zunehmende oder abnehmende Sichel.

Woran erkennt man einen zunehmenden Mond?

Einen zunehmenden Mond erkennt man auf der Nordhalbkugel daran, dass die rechte Seite der Mondscheibe leuchtet. Die beleuchtete Fläche wird von Tag zu Tag größer, bis zum Vollmond. Beim abnehmenden Mond leuchtet dagegen die linke Seite.

Warum steht das Bild in der Lochkamera auf dem Kopf?

Das Bild in der Lochkamera steht auf dem Kopf, weil sich die Lichtstrahlen im kleinen Loch kreuzen. Von jedem Punkt des Gegenstandes geht Licht geradlinig durch das Loch: Die Strahlen vom oberen Rand treffen unten auf den Schirm, die vom unteren Rand oben. Dadurch entsteht ein umgekehrtes und seitenverkehrtes Bild. Genau dieses Prinzip erklärt auch, warum das Bild in unserem Auge zunächst umgekehrt ankommt.

Wovon hängt die Helligkeit des Bildes in der Lochkamera ab?

Die Helligkeit des Bildes in der Lochkamera hängt vor allem von der Größe des Lochs ab. Ein größeres Loch lässt mehr Licht durch, deshalb wird das Bild heller — allerdings auch unschärfer, weil sich die Lichtbündel überlappen. Ein sehr kleines Loch gibt ein scharfes, aber dunkles Bild. Man muss also einen Kompromiss zwischen Helligkeit und Schärfe finden.